oneBerlin. - Die Lobby-Organisation ONE will sich in den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2013 einmischen. Mit der Wahlkampagne "Ich schaue hin!" und prominenten Mitstreitern fordert die Organisation die Bundesregierung dazu auf, Deutschlands Zusagen im Kampf gegen extreme Armut einzuhalten. ONE zufolge belegen die bisher erreichten Erfolge, dass die extreme Armut bis 2030 beendet werden kann.

"Die unglaubliche Nachricht ist, dass diese sinnlose, brutale Armut, die wir alle schon in den Abendnachrichten gesehen haben, halbiert wurde", sagte der Sänger der Popgruppe U2 und ONE-Mitgründer Bono in Berlin. "Die Bilder von aufgeblähten Hungerbäuchen und eingefallenen Gesichtern müssen nicht unser Bild von Entwicklungsländern sein – denn die Länder selbst erheben sich, um den Herausforderungen die Stirn zu bieten. Selbst für uns Aktivisten ist es schwer zu glauben. Aber es gibt Daten aus verschiedenen Quellen, die beweisen, dass die Zahl der Menschen, die in extremer Armut – also von weniger als rund einem Euro pro Tag – leben, innerhalb von 20 Jahren halbiert wurde. Die Daten zeigen auch, dass wir extreme Armut bis zum Jahr 2030 beenden können, wenn wir mit den Programmen weitermachen, von denen wir wissen, dass sie wirken."

Bono lobte die Kampagne "Ich schaue hin!", die im Wahljahr dafür sorgen soll, dass deutsche Politiker die Zusagen der Bundesregierung zur Entwicklungszusammenarbeit erneuern und einhalten.

Der deutsche Popmusiker Herbert Grönemeyer sagte mit Verweis auf eine Initiative des Verbandes Entwicklungspolitik (VENRO): "Deine Stimme gegen Armut 'schaut' schon seit Jahren 'hin' – und das mit Erfolg. Armut weltweit zu bekämpfen, ist keine Vision. Wenn wir uns gemeinsam dafür einsetzen, werden unsere Ziele Realität!"

Die Schauspielerin Anna Loos, die im Jahr 2012 mit ONE nach Ghana gereist war und dem ONE-Kampagnenfilm ihre Stimme gegeben hat, berichtete von ihren Erfahrungen in Afrika: "Ich konnte die Erfolge in Afrika mit eigenen Augen sehen. Doch um extreme Armut ein für alle Mal zu beenden, müssen wir alle an einem Strang ziehen. In Afrika steckt so viel Potential. Es wäre eine Schande, dieses nicht zu fördern. Ich werde genau hinschauen, ob die Bundesregierung ihre Versprechen an die Ärmsten hält."

Der afrikanische ONE-Direktor Sipho Moyo lobte die Erfolge vieler afrikanischer Länder: "In Afrika südlich der Sahara werden sich bis zum Jahr 2028 zehn Länder aus extremer Armut befreit haben können. Das ist das Ergebnis von Investitionen, besserer Regierungsführung und mehr Transparenz im Rohstoffbereich. Vor allem sind dies Erfolge, die von den Afrikanern selbst hervorgebracht wurden. Doch um schnellere und bessere Ergebnisse zu erzielen, gerade im Gesundheit- und Ernährungsbereich, benötigen wir noch internationale Unterstützung. Ich schaue hin, ob die nächste Bundesregierung ihre Entwicklungsversprechen einhält."

Der deutsche ONE-Direktor Tobias Kahler unterstrich Deutschlands Verantwortung: "Als stärkste Volkswirtschaft Europas, Vize-Exportweltmeister und bedeutender Geber muss Deutschland seinen internationalen Versprechen für die Ärmsten gerecht werden. Die nächste Bundesregierung hat eine besondere Verpflichtung, da das Jahr 2015 in die kommende Legislaturperiode fällt. 2015 ist das Stichjahr für die Millennium-Entwicklungsziele, und es wird eine neue Agenda für Entwicklung abgestimmt. Außerdem wird Deutschland 2015 den G8-Vorsitz innehaben."

Im Wahljahr 2013 unterstützen 50 ONE-Jugendbotschafter aus ganz Deutschland  die Organisation dabei, vor Ort auf Erfolge und Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam zu machen. Am Montag Nachmittag trafen Bono und die 50 ONE-Jugendbotschafter mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zusammen.

www.one.org/ichschauehin

 


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