gfbvGöttingen. - Anhänger der islamistischen Boko Haram Sekte in Nigeria haben jetzt offenbar auch Jugendlichen den Krieg erklärt, so die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). "In nur 24 Stunden sind Anfang dieser Woche mindestens 32 Menschen in Nordnigeria von islamistischen Extremisten getötet worden. Die meisten Opfer waren Jugendliche", berichtete der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Mittwoch in Göttingen.

Der Sprecher der Sekte, Abu Zinnira, habe nach den jüngsten Überfällen angekündigt, dass Boko Haram nun auch gezielt gegen Jugendliche vorgehen werde, da diese bei der Verfolgung von Boko Haram mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiteten, berichtete die GfbV weiter. Mehrere hundert Jugendliche hätten sich seit Jahresbeginn in Nordnigeria Selbsthilfegruppen angeschlossen, um Boko Haram-Kämpfer aufzuspüren, zu melden oder den Sicherheitskräften zu übergeben. Bisher zielten Anschläge von Boko Haram vor allem gegen Polizisten, Soldaten und andere Vertreter staatlicher Organe. 

Mutmaßliche Boko Haram-Kämpfer hatten am Sonntagabend in Damaturu im Bundesstaat Yobe sieben Schüler und zwei Lehrer in einem staatlichen Gymnasium erschossen. Am Montag, so die GfbV, seien Extremisten während einer Abschlussprüfung in eine Privatschule in Maiduguri im Bundesstaat Borno eingedrungen und hätten neun Schüler getötet. Außerdem sei eine Mitarbeiterin der Schulbehörde ermordet worden, als sie am Montag mit Fragen für Abiturprüfungen auf dem Weg in eine Schule in Maiduguri war.

Weitere 13 Zivilisten, unter ihnen Fischer, Tee-Verkäufer und einige Jugendliche, wurden laut GfbV am Montag beim Alau-Staudamm in der Nähe Maiduguris von mutmaßlichen Boko Haram-Kämpfern erschossen. Zahlreiche dieser Opfer engagierten sich in der Gwange-Selbsthilfeorganisation, die den Sicherheitskräften erst in der vergangenen Woche mehrere mutmaßliche muslimische Extremisten übergeben hatte.      

Ein Sprecher der Jugendlichen bekräftigte nach der jüngsten Gewalt deren Willen, am Kampf gegen Boko Haram festzuhalten: "Die Zeit der Straflosigkeit für das Töten von unschuldigen Menschen ist vorbei. Wir Jugendliche haben beschlossen, unser Schicksal in unsere Hand zu nehmen und wir werden die Aufständischen weiter jagen."

www.gfbv.de

 


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