MummenhoffOsnabrück. - Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Biologen Klaus Mummenhoff von der Universität Osnabrück ist dem Pflanzenreichtum Südafrikas auf der Spur. Die renommierte National Geographic Society (USA) finanziert zwei Forschungsreisen im September/Oktober 2013 und Januar/Februar 2014 in die Winterregen- und Trockengebiete des westlichen Südafrikas, um die Artenexplosion in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceen) zu analysieren.

Seit ungefähr 250 Jahren erfassen Botaniker die Pflanzenwelt der Erde und vereinen die Ergebnisse in Florenwerken als Bestimmungsbücher für die Pflanzen eines Gebietes. "Dennoch ist unser Wissen lückenhaft. Es gibt noch weiße Flecken auf der botanischen Weltkarte", erklärt der Osnabrücker Biologe Prof. Dr. Klaus Mummenhoff, der gerade die Ausrüstung für die erste Sammelreise zusammenstellt.

Teile Südafrikas repräsentieren eine eigene floristische Region (Cape Floristic Region: CFR) und einen sogenannten Biodiversitäts-Hotspot. Das heißt: "Auf nur 90.000 Quadratkilometern – das entspricht ca. der Größe Österreichs – sind mehr als 9000 Pflanzenarten heimisch, von denen zwei Drittel dort endemisch sind, d.h. nur dort vorkommen", schwärmt Mummenhoff. "Der Artenreichtum ist mit dem der Tropen vergleichbar."

Explizit werden die Biologen aus den USA, Tschechien, Australien, Deutschland und Südafrika die Gattung Heliophila (heliophil = Sonne und Licht liebend) untersuchen, die mit fast 100 Arten und einer in der gesamten Familie unvergleichlichen Diversität vorkommen. Es gibt winzige Kräuter, Sträucher, aber auch Lianen in der Region. Auch unterschiedliche Blütenfarben, -formen und Fruchttypen kann man beobachten. "Obwohl bereits einige vorläufige Untersuchungen vorliegen, sind doch die Ursachen dieser außergewöhnlichen Diversität weitgehend unbekannt. Auch manche neue Entdeckung können wir erwarten", so der 57jährige Osnabrücker Wissenschaftler.

Das auf dieser Expedition gesammelte Pflanzenmaterial soll für vielfältige Untersuchungen verwendet werden, die zu einem besseren Verständnis der Evolutionsgeschichte dieser Gruppe beitragen könnten. Mummenhoff will neben Herbarbelegen und Blattmaterial für die DNA-Analysen auch Samenproben mitbringen, die in der Samenbank der Arbeitsgruppe Botanik und des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück dauerhaft eingelagert werden können.

Im Zeitalter des "next generation sequencing", also der nächsten Generation der DNA-Sequenzierungstechnologie, sind vergleichende Genom- und Chromosomenstrukturanalysen das Kernstück der Untersuchungen. "Wir wollen zu klären versuchen, ob Genomduplikationen kausal für die beobachtete Artenvielfalt und Diversität verantwortlich sind", so Mummenhoff.

Foto: © Universität Osnabrück

www.uni-osnabrueck.de

 


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