whh 150Bonn. - Im Europaparlament in Straßburg wird in dieser Woche über eine Reform der EU zu den Biokraftstoffzielen entschieden. Der EU-Umweltausschuss hat eine Begrenzung des Biokraftstoffanteils aus Nahrungs- und Energiepflanzen auf 5,5 Prozent bis 2020 vorgeschlagen. Die Welthungerhilfe fordert, die Abgeordneten müssten zu ihrem Wort stehen und die bisher gültigen Richtlinien korrigieren.

"Jetzt ist die Zeit für unsere Abgeordneten gekommen, die Programme und Papiere ihrer Parteien in die Tat umzusetzen und sich für eine klare Kurskorrektur in der Biokraftstoffpolitik einzusetzen", erklärte Rafaël Schneider, Referent für Entwicklungspolitik bei der Welthungerhilfe. "In den letzten Monaten haben sich Parteien und die Bundesregierung immer wieder dafür ausgesprochen, dass die Ernährung Vorrang haben muss. Jetzt haben die Abgeordneten die Chance, dieses Versprechen einzulösen und den Teller vor den Tank zu stellen."

Die Welthungerhilfe warnt seit langem davor, dass eine steigende Produktion von Biokraftstoffen dazu führe, dass die Nahrungsmittelpreise steigen und Landraub vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern zunehme. Der Kampf gegen den Hunger und die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung würden dadurch "massiv erschwert".

Die Welthungerhilfe unterstützt außerdem den Vorschlag des Umweltausschusses, die Folgen der indirekten Landnutzungsänderung bei der Berechnung der Klimabilanz einzurechnen. Biokraftstoffe würden häufig auf Flächen angebaut, die eigentlich für die Nahrungsmittelproduktion benötigt werden. Das führe dazu, dass Schutzgebiete wie Urwald, Sümpfe oder Moore zerstört werden, um neuen Platz für den Anbau von Nahrungsmitteln zu schaffen.

www.welthungerhilfe.de

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