memento 2014 roentgen 150Berlin. - Ärzte ohne Grenzen, die BUKO Pharma-Kampagne und die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) haben in diesem Jahr erstmals den "Memento Preis für vernachlässigte Krankheiten" vergeben. Die Auszeichnung ging an ein Forschungsteam der LMU München und zwei Politikerinnen.

In den Kategorien "Forschung und Entwicklung" und "Politischer Wille" wurden mit dem Preis Aktivitäten und Forschungsarbeiten ausgezeichnet, die sich "in verdienstvoller Weise der Bekämpfung von Krankheiten wie Dengue-Fieber, Tuberkulose oder Schlafkrankheit widmen, für die es keine hinreichenden Behandlungsmöglichkeiten gibt und in deren Erforschung kaum investiert wird". Den Memento Forschungspreis 2014 erhielten am Donnerstagabend in der Berliner Charité Prof. Dr. med. Gisela Bretzel und Dr. med. Marcus Beißner von der LMU München für ihre Forschung zu Lepra und Buruli-Ulkus. Die Politikerinnen Karin Roth (SPD) und Anette Hübinger (CDU, MdB) wurden für ihr Engagement für mehr öffentliche Forschungsförderung ausgezeichnet.

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"Vernachlässigte Krankheiten spielen eine riesige Rolle: Rund drei Milliarden Menschen – fast 40 Prozent der Weltbevölkerung – leiden darunter", sagte Prof. Stefan Kaufmann, Jury-Vorsitzender und Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. "Doch nicht nur diese Infektionskrankheiten sind auf unserem Globus ungleich verteilt, sondern auch die Forschung ist es. Im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten wird viel zu wenig getan. Das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Bretzel und Dr. Beißner leistet einen sehr innovativen Beitrag zur Bekämpfung vernachlässigter Mykobakterien-Erkrankungen in West-Afrika. Dank aktiver Fallfindung, rechtzeitiger Diagnose und gezielter Chemotherapie gelingt es dem Forschungsteam, das Leben vieler Patienten deutlich zu verbessern."

Karin Roth und Anette Hübinger erhielten den Memento Preis in der Kategorie "Politischer Wille". Die Jury, bestehend aus Vertretern der beteiligten Organisationen, würdigte damit das überfraktionelle Engagement der beiden Politikerinnen. Gemeinsam setzten sie sich unter anderem dafür ein, dass den vernachlässigten Krankheiten in der Forschungsförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stärkeres Gewicht eingeräumt wird. So ist das neue "Förderkonzept Vernachlässigte und armutsassoziierte Krankheiten" des BMBF, in dem erstmals auch so genannte Produktentwicklungspartnerschaften gefördert werden, vor allem auf ihren unermüdlichen Einsatz zurückzuführen.

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Trotz dieser Erfolge der vergangenen Jahre mahnten die Initiatoren des Memento Preises ein stärkeres Engagement im Kampf gegen vernachlässigte Krankheiten seitens der Politik und Forschung an. Öffentliche Forschungsförderung müsse eine Vorreiterrolle spielen, denn anders als die private, kommerzielle Forschung könne sie die Prioritäten "tatsächlich nach Gesundheitsbedürfnissen und nicht nach Profit" setzen. Dabei müsse gleichzeitig sichergestellt werden, dass Forschungsergebnisse und die resultierenden Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika auch für arme Länder bezahlbar sind.

Der Memento Preis rücke nicht nur zwei wenig bekannte Erkrankungen und das Leid der Patienten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, sagte Forschungspreisträgerin Prof. Bretzel. "Er drückt darüber hinaus auch Wertschätzung für die von unseren afrikanischen Partnern geleistete Grundlagenarbeit aus. Ohne sie wäre unsere Arbeit nicht realisierbar gewesen. Auch im Namen unserer afrikanischen Kollegen und Patienten möchten wir den Stiftern des Memento Preises dafür danken, dass sie ein wichtiges Zeichen gesetzt haben, die vernachlässigten Krankheiten und die von ihnen betroffenen Ärmsten der Armen nicht zu vergessen."

Der Memento Forschungspreis ist mit 5.000 Euro dotiert. Das Preisgeld wird von der Hermann- Kober-Stiftung bereitgestellt. Neben Prof. Kaufmann gehören der internationalen Jury für den Forschungspreis Prof. Quarraisha Abdool-Karim (Südafrika) und Dr. Sodiomon Sirima (Burkina Faso) an.

Fotos: © Memento-Preis

www.memento-preis.de

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