Entwicklung

AttacBerlin (epo). - Das globalisierungskritische Netzwerk Attac und mehrere nichtstaatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit haben im Vorfeld des Millennium+5-Gipfels der Vereinten Nationen in New York neue Mittel und Wege gegen Armut gefordert. Attac, das Food First International Action Network (FIAN), die Frankfurter Gesundheits-NRO medico international sowie Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung (WEED) äußerten sich skeptisch über die Erfolgsaussichten des Gipfels, der vom 14. bis 16. September eine Zwischenbilanz zu den so genannten "Milleniumzielen" ziehen  und eine grundlegende UN-Reform einleiten soll.

Kofi AnnanNew York (epo). - UN-Generalsekretär Kofi Annan befürchtet, dass die zähen Verhandlungen über ein Schlussdokument für den Millennium+5 Gipfel der Vereinten Nationen am 14. und 15. September scheitern könnten. "Ich bin sehr besorgt, dass die Arbeit trotz einiger Anzeichen für Fortschritte nicht rechtzeitig beendet werden könnte", sagte Annan am Freitag in New York. Der UN-Gipfel soll eine grundlegende Reform der Vereinten Nationen einleiten und eine Zwischenbilanz der bisherigen Erfolge und Misserfolge bei der Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele ziehen.

Wahl und Welt - Die Online-DebatteBerlin/Frankfurt a.M. (epo). - Entwicklungspolitik spielt im gegenwärtigen Wahlkampf der Parteien eine untergeordnete - oder besser: unterschwellige - Rolle. Wenn um die Sicherung der Arbeitsplätze am Standort Deutschland gestritten wird, geht es auch um Arbeitsplätze in der Volksrepublik China. Wenn deutsche Landwirte sich bei ihrem Bundestagsabgeordneten über die Reform der EU-Zuckermarktordung beschweren, geht es auch um Marktchancen von Zuckerbetrieben in Brasilien oder auf Mauritius. Die "Zeitschrift Entwicklungspolitik" und Entwicklungspolitik Online haben die entwicklungspolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Parteien 14 Tage lang im Rahmen einer Online-Debatte zu zentralen Themen befragt. Das Ergebnis können Sie online einsehen - und sich selbst an der Diskussion beteiligen!

PartnerschaftsinitiativeBonn (epo). - Die von Bundeskanzler Gerhard Schröder initiierte Partnerschaftsinitiative Fluthilfe für die Tsunami-Regionen in Süd- und Südostasien ist mit einer neuen Website online. Sie soll die Partnerschaften zum Wiederaufbau in den Tsunami-Gebieten vernetzen. Die bei InWEnt eingerichtete Servicestelle kann bislang aber nur bescheidene Erfolge vorweisen. Nur 20 Prozent der 1362 Angebote für eine Partnerschaft konnten von der Partnerschaftsinitiative selbst vermittelt werden, lediglich acht Prozent mündeten in ein konkretes Einzelprojekt.

Schulkinder in NigerBerlin (epo). - In vielen Ländern der Welt ist es noch immer ein Privileg, die Schule besuchen zu dürfen. Daran hat Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September erinnert. Während in Lateinamerika das Millenniums-Entwicklungsziel, bis 2015 allen Kindern eine Grundschulbildung zukommen zu lassen mit 97 Prozent fast erreicht sei, bleibe in anderen Erdteilen noch viel zu tun. "Weltweit haben immer noch 121 Millionen Kinder keine Möglichkeit, eine Grundschule zu besuchen", sagte die Ministerin.

Human Development Report 2005New York/Berlin (epo). - Eine Woche vor dem Millennium+5-Gipfel der Vereinten Nationen in New York hat das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) drastische Änderungen bei der Entwicklungshilfe, im Welthandel und in der Sicherheitspolitik gefordert. Allein die unfaire Handelspraxis hindere Millionen Menschen daran, der extremen Armut zu entrinnen, heißt es im "Bericht über die menschliche Entwicklung 2005" (Human Development Report), der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Geberländer unterstützten die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern mit einer Milliarde US-Dollar pro Jahr, gäben aber für die Subventionierung der eigenen Agrarindustrie eine Milliarde Dollar pro Tag aus. Der Agraprotektionismus der reichen Länder koste die sich entwickelnden Länder 72 Milliarden Dollar jährlich - fast soviel, wie sie insgesamt an Entwicklungshilfe erhalten.

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