Jacques ChiracParis/Berlin (epo). - Frankreich will ab dem kommenden Jahr eine Flugticketabgabe einführen, deren Erlös zunächst für die Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose verwendet werden soll. Wie Staatspräsident Jacques Chirac am Montag sagte, wollen sich Frankreich, Deutschland, Algerien, Brasilien, Chile und Spanien auf dem UN-Gipfel im September für eine solche Sondersteuer einsetzen. Eine Abgabe auf Flugtickets wird als eine der möglichen Alternativen zur Erhöhung der Finanzmittel für die Erreichung des Millenniums-Entwicklungsziels diskutiert, die weltweite Armut bis zum Jahr 2015 auf die Hälfte zu reduzieren.

Heidemarie Wieczorek-ZeulBerlin (epo). - Die deutsche Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat der US-Administration vorgeworfen, sie wolle "den international vereinbarten Konsens in der Entwicklungspolitik verlassen". Die Ministerin reagierte damit auf die Vorschläge der US-Regierung zur Reform der Vereinten Nationen, in denen die USA unter anderem fordern, die Millenniums-Entwicklungsziele nicht in die Abschlusserklärung für den diesjährigen UN-Gipfel im September in New York aufzunehmen. Auch sollten die Geberländer nach den Vorstellungen der US-Administration nicht aufgefordert werden, ihre Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen.

AfghanistanBerlin (epo). - Die deutsche Bundesregierung beteiligt sich mit 3,24 Millionen US-Dollar an der Finanzierung der rund 148 Millionen Dollar teuren Parlamentswahl in Afghanistan. Darüber hinaus unterstützt das Auswärtige Amt nichtstaatliche Organisationen bei der politischen Bildung, beteiligt sich personell und finanziell an den internationalen Wahlbeobachtermissionen und stellt das größte Kontingent der Friedenstruppen (ISAF) unter der Führung der NATO, die auch für Sicherheit bei den Wahlen sorgen sollen.

Rodung auf Borneo. Foto: WWFFrankfurt a.M. (epo). - Drei Viertel der in den indonesischen Export gehenden Hölzer und Holzprodukte stammen aus illegalen Quellen. Dennoch ist Indonesien mit einem Marktanteil von 23 Prozent neben Brasilien das wichtigste Herkunftsland für Direktimporte von Tropenhölzern nach Deutschland. Zusätzlich gelangen größere Mengen indonesischen Holzes über Transitländer wie China, Malaysia oder Italien auf den deutschen Markt. "Politik und Wirtschaft haben den stillen Pakt mit der Holzmafia noch immer nicht aufgekündigt", erklärte die Tropenwaldexpertin Nina Griesshammer bei der Vorstellung einer neuen Studie der Umweltstiftung WWF mit dem Titel "Heiße Ware Tropenholz" in Frankfurt am Main. Greenpeace protestierte in Berlin gegen den Einbau von rund 500 Merantiholz-Fenstern in das Gebäude der Bundestagsverwaltung.

Kyoto-Anzeige des BMUFrankfurt a.M. (epo). - Die Industrieländer müssen sich zu einer substantiellen Reduktion ihrer Treibhausgase verpflichten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der KfW Bankengruppe, die sich mit den Erfolgen des Kyoto-Protokolls zur Reduzierung von CO2-Emissionen sowie weiteren nötigen Schritten zur Abschwächung des Klimawandels befasst. Auch die Entwicklungs- und Schwellenländer müssten einen Beitrag leisten, heisst es in der KfW-Studie "Ausgestaltungsmöglichkeiten eines Post-Kyoto Regimes", da in diesen Ländern die Treibhausgasemissionen am stärksten ansteigen.

Reisterrassen auf den Philippinen. Foto: MPGMarburg (epo). - Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für terrestrische Mikrobiologie in Marburg haben eine Mikroorganismen-Art als Hauptproduzenten von Methan in Reisfeldern identifiziert. Die spezielle Gruppe von Archaea-Bakterien sei mit ihrem Stoffwechsel auch für das globale Klima von Bedeutung, erklärte das Max-Planck-Institut. Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste Treibhausgas und damit für die globale Klimaerwärmung mit verantwortlich.

Millennium-Kampagne in DeutschlandBonn (epo). - Die neue Website der deutschen Millenniumkampagne der Vereinten Nationen ist jetzt online. Die Internetseite soll Akteure aus allen Bereichen der Gesellschaft (Vertreter aus Städten und Gemeinden, Bürgerinitiativen, Medien, kirchlichen Gruppen, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft) mobilisieren. Als besonders wichtige Zielgruppe nennt Renée Ernst, Beauftragte der UN-Millenniumkampagne in Deutschland, die Jugendlichen. Sie sollen für ein konkretes Engagement gegen Armut und Ungerechtigkeit gewonnen werden.

Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok