Asien

von David Banisar

London (epo). - Im März 2001 nutzten ganz normale chinesische Bürgerinnen und Bürger Nachrichten-Websites und Chat-Rooms, um die Bemühungen der Regierung zu enthüllen, den Tod von 38 Kindern und vier Erwachsenen bei einer Explosion in der Privinz Jiangxi im Südwesten des Landes zu vertuschen. Korrupte Lehrer, kommunistische Funktionäre und Geschäftsleute hatten die Kinder, von denen manche nicht älter als acht Jahre alt waren, gezwungen, Feuerwerkskörper herzustellen, um ihre Schulgebühren zu bezahlen. Zunächst hatte Premierminister Zhu Rongji einen Dorfbewohner, der Selbstmord begehen wollte, für diese Tragödie verantwortlich gemacht. Neun Tage später, als die Fakten über das Verbrechen durch das Internet verbreitet worden waren, musste der Premierminister eine beachtenswerte öffentliche Entschuldigung aussprechen.

Nach Jugoslawien, Ruanda und Tschetschenien wird nun auch der Afghanistankrieg mit der Allmacht des Ethnischen erklärt. Die Lösung scheint auf der Hand zu liegen: Wenn es gelingt, Vertreter aller ethnischer Gruppen in eine Regierung einzubinden, herrscht Frieden im Lande. Jedoch ist solch eine 'ethnische Lösung' nicht nur realitätsfremd, sondern geradezu gefährlich: Realitätsfremd, da die Berücksichtigung ethnischer Gruppen nicht zur Beilegung des Afghanistankonflikts beiträgt; gefährlich, da die Verknüpfung von politischen Ämtern und Ethnizität den Konflikt in Afghanistan erst recht stabilisieren und anheizen wird.

Herat (epo). - Maslach - Schlachthaus - nennt sich auf Dari, dem afghanischen Persisch, die Zeltstadt, die sich über die Ebene 15 Kilometer westlich von Herat ausdehnt. Ein Hügelrücken im Norden kann die Bewohner nicht vor dem Wind schützen, der besonders nachmittags kräftig auffrischt und den Sand aufwirbelt. Der vermischt sich mit den Staubwolken, die die Lastwagen auf ihrem Weg in den nahen Iran hinter sich herziehen. Die Straße zum Grenzübergang Islam Qala Richtung Meschhed und an den Persischen Golf, die hier nur eine ausgefahrene Lehmpiste ist, führt direkt am Lager Maslach vorbei.

BamianKabul (epo). - "Nur Allah der Allmächtige verdient es angebetet zu werden, niemand und nichts anderes" - und zwar ein für alle Mal. Deshalb müssen alle Statuen lebendiger Wesen in Afghanistan zerstört werden, denn sie seien "Schreine der Ungläubigen geblieben" und würden von diesen weiterhin "angebetet". So bestimmt es eine Fatwa des Taleban-Staates Islamisches Emirat Afghanistan vom 26. Februar diesen Jahres, die in ihrem eigentlichen Wortlaut unbekannt und nur in einer kommentierten, von den Taleban-Medien verbreiteten Version bekannt geworden ist.

Teejungs in Sri LankaColombo (epo). - Die Bergregion Sri Lankas ist ein beliebtes Urlaubsziel auch für die Einheimischen. Der Hitze des Südens zu entfliehen, die bis zu 42 Grad Celsius klettern kann, wird vor allem für westliche Touristen zur notwendigen Erholung. Hier wächst auch der berühmte Ceylontee, der die Landschaft als groß angelegte Plantagen beherrscht. Das üppige Grün der Teepflanzen mit den in bunte Tücher gehüllten Pflückerinnen bietet dem Auge eine trügerische Idylle. Auch der für Touristen angebotenen Besuch einer Teeplantage informiert mehr über den Tee als über die Mühsal der Erntearbeit.

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