biram dah abeid 100Göttingen. - Überraschend hat der Sklaverei-Kritiker Biram Dah Abeid bei den Präsidentschaftswahlen in Mauretanien am vergangenen Samstag die zweitmeisten Stimmen bekommen. "Dies ist ein wichtiger Achtungserfolg für Mauretaniens schärfsten Kritiker der Sklaverei", erklärte der Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Ulrich Delius, am Montag in Göttingen.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hofft, dass die mauretanischen Behörden Biram Dah Abeid und seiner Menschenrechtsorganisation "Bewegung für die Wiederbelebung des Abolitionismus in Mauretanien"(IRA) nun nicht länger die Anerkennung verwehren können. Er hat fast neun Prozent der Wählerstimmen bei der Präsidentschaftswahl bekommen. Auch für Biram persönlich sei die Wahl eine Erfolgsgeschichte. 2012 drohte ihm noch eine langjährige Haftstrafe wegen eines Protests gegen die weit verbreitete Sklaverei.

Niemand habe damit gerechnet, dass der Menschenrechtler so viele Stimmen bekommen würde, so die GfbV. Er sei zwar sehr beliebt bei den Haratin, den ehemaligen Sklaven, sowie bei anderen schwarzafrikanischen Bevölkerungsgruppen des von Arabern und Berbern regierten Landes. DIe GfbV hebt hervor, dass die meisten Haratin noch nicht einmal auf den Wählerlisten registriert seien und die IRA weder für ihren Wahlkampf noch für eine Informationskampagne der ärmeren Bevölkerung über den Ablauf der Wahl finanzielle Mittel gehabt habe. Dadurch habe nur geringe Hoffnung auf einen Achtungserfolg bestanden.

"Angesichts der mangelnden Chancengleichheit der Kandidaten ist dies ein glänzendes Ergebnis für Biram Dah Abeid", sagte Delius. "Schon vor der Wahl hatte niemand daran gezweifelt, dass der amtierende Präsident Ould Abdel Aziz siegen wird. Er hatte eine sehr aufwendige Wahlkampagne gestartet, um seine Wiederwahl zu sichern."

Auf Präsident Aziz entfielen 81 Prozent der Stimmen, auf Biram Dah Abeid 8,67 Prozent. Drei weitere Kandidaten kamen auf 0,5 bis 4,5 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung soll bei 56 Prozent gelegen haben. Ein Bündnis von demokratischen Oppositionsparteien hatte auf eine niedrigere Wahlbeteiligung gehofft, weil es zum Wahlboykott aufgerufen hatte.  

Die GfbV hatte Biram Dah Abeid für den Weimarer Menschenrechtspreis vorgeschlagen. Er erhielt die Auszeichnung 2011. Im Jahr 2013 wurde er wegen seines Einsatzes für die Freilassung der 500.000 Sklaven in Mauretanien mit dem Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen in New York gewürdigt.   
 
Quelle: gfbv.de

 

Foto: GfbV

     


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