Rio Sao FranciscoBrasilia/Aachen (epo). - Der brasilianische Bischof Cappio der Diözese Barra im Nordosten Brasiliens hat seinen Hungerstreik beendet. Die brasilianische Regierung unter Luiz Inácio Lula da Silva habe im Streit um die Verlegung des Flusses São Francisco eingelenkt und Kompromissbereitschaft signalisiert, berichtete die katholische Hilfsorganisation MISEREOR. Elf Tage lang hatte der Bischof jede Nahrung verweigert, um auf die katastrophalen Folgen der Verlegung des Flusses für die Menschen im Nordosten des Landes aufmerksam zu machen.

"Wir sind unendlich erleichtert, dass der Hungerstreik beendet ist und dass es Bischof Cappio den Umständen entsprechend gut geht", sagte MISEREOR-Bischof Werner Thissen. "Gleichzeitig möchten wir unsere Anerkennung für sein außerordentliches Engagement im Kampf um die Rechte der armen Bevölkerung im Nordosten Brasiliens zum Ausdruck bringen. Sein persönlicher Einsatz hat dazu beigetragen, dass die Regierung ihre Pläne neu überdenkt."

Der Fluss São Francisco sollte für industrielle Zwecke umgeleitet werden. An und von dem Fluss leben rund ist 12,8 Millionen Menschen. "Neben der Wasserverschmutzung und der Abstauung vieler Flüsse hätte die Maßnahme vor allem der armen Bevölkerung eine weitere Lebensgrundlage genommen", sagte Erzbischof Thissen.

Rio Sao Francisco
Der Rio Sao Francisco. Karte ? Brasilianisches Transportministerium

Bischof Cappio hatte in dem Dorf Caprob?, wo die Regierung die Bauarbeiten zur Umleitung des Flusses beginnen wollte, vor elf Tagen mit dem Hungerstreik begonnen und nur Wasser aus dem Fluss Sao Francisco getrunken. Um Cappio in seinem Kampf zu unterstützen, hatte MISEREOR-Bischof Thissen am Mittwoch einen Solidaritätsbrief an den brasilianischen Präsidenten Lula geschrieben und ebenfalls gegen die Maßnahmen der Regierung protestiert.

? Hintergrund: Rio S?o Francisco - Lulas Transamaz?nica? (Telepolis)
? MISEREOR


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