oneBerlin. - Mindestens eine Billion US-Dollar (750 Milliarden Euro) fließen jedes Jahr durch Korruption aus Entwicklungsländern ab. Das ist das Ergebnis einer Analyse die, die Lobbyorganisation ONE am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat.

Der Bericht "Der Billionen-Dollar-Skandal", der im Vorfeld des im November stattfindenden G20-Gipfels veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass 3,6 Millionen Todesfälle pro Jahr in den ärmsten Ländern der Welt verhindert werden könnten, würden konkrete Schritte zur Korruptionsbekämpfung unternommen. Dem Bericht zufolge können die massiven finanziellen Verluste, die Entwicklungsländer erleiden, stark reduziert werden, wenn bestimmte politische Maßnahmen ergriffen werden, um Transparenz und Korruptionsbekämpfung in vier Bereichen zu erhöhen: Rohstoffabbau, Strohmannfirmen, Steuerflucht und Geldwäsche. Mit dem Geld, das durch Korruption verloren geht, könnte man laut ONE die Millenniumsentwicklungsziele finanzieren, wie unter anderem Schulbildung für zehn Millionen Kinder pro Jahr und fast 165 Millionen Dosen Impfstoff.

Der afrikanische Antikorruptionskämpfer John Githongo sagte: "Die G20 haben zu lange die Augen vor dem massiven Kapitalabfluss aus Entwicklungsländern verschlossen, der über Offshore-Bankkonten und Scheinfirmen läuft. Intelligente politische Maßnahmen können dazu beitragen, diesen Billionen Dollar schweren Skandal zu beenden und praktisch umsonst große Gewinne für unsere Bürger einzufahren. Die G20 sollten diesen Politikwandel jetzt herbeiführen." Die Gelder, die den Entwicklungsländern verloren gehen, sind keine Entwicklungshilfe. Nach Angaben von ONE handelt es sich um Geld, das durch teils illegale Wirtschaftstätigkeiten generiert und illegal aus den Ländern weggeschafft werde.

Grundsätzlich haben auch Rohstoffe bei verantwortungsvoller Erschließung und Förderung das Potenzial, eine Quelle großen Reichtums und Wirtschaftswachstums in Entwicklungsländern zu sein. Doch Korruption, die durch intransparente Strukturen ermöglicht wird, untergräbt dem Bericht zufolge diese potentiellen Gewinne häufig. 20 Länder in Subsahara-Afrika sind reich an Rohstoffen, doch mangelnde Transparenz macht es den Bürgern sehr schwer nachzuvollziehen, ob sie auch davon profitieren und ob ihre Ressourcen gut gemanagt werden.

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Quelle: one.org/de

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