malteser internationalManila/Köln. - Es müssen dringend größere Anstrengungen unternommen werden, damit endlich mehr von der Katastrophe betroffene Familien wieder ein festes Dach über dem Kopf bekommen, so Malteser International ein Jahr, nachdem Taifun Haiyan die Philippinen heimgesucht hat. Denn noch immer müssen Tausende Familien in Notunterkünften und Zelten leben. Die Landzuteilung der örtlichen Behörden für neue, sichere Baugrundstücke gestaltet sich schwierig. Malteser International hat gemeinsam mit der philippinischen Assoziation des Malteserordens bereits 200 Häuser für besonders bedürftige Familien in vier Dörfern auf den Inseln Samar und Bantayan gebaut, weitere 500 Häuser sollen bis Mai 2015 fertig sein.

"Da in den Dörfern viele Familien vom Fischfang leben, wohnten sie vor dem Taifun häufig direkt am Meer. Doch die Erfahrung hat sie gelehrt, dass es sicherer ist, weiter im Landesinnern zu leben und einen längeren Weg zur Arbeit auf sich zu nehmen", erklärt Cordula Wasser, Leiterin Asien von Malteser International. "Einige Leute aus den Dörfern, die ein größeres Stück Land weiter weg vom Wasser besitzen, haben anderen Familien erlaubt, auf ihrem Land zu bauen. Diese gelebte Solidarität war eine Eigeninitiative der Dorfbewohner und hat es uns möglich gemacht, relativ rasch mit dem Häuserbau zu beginnen. Es ist wunderbar, wie die Bewohner und Dorfgemeinschaften sich gegenseitig helfen."

Beim Wiederaufbau legt Malteser International besonderen Wert auf sicheres und inklusives, das heißt barrierefreies Bauen, das sich an den individuellen Bedürfnissen der Familien orientiert. "Die neuen Häuser, die wir aus vor Ort verfügbaren Materialien bauen, sollen die Bewohner nicht nur besser vor zukünftigen Katastrophen schützen, sondern in ihrer Ausrichtung und Raumgestaltung auch den besonderen Bedürfnissen von älteren, geh- oder sehbehinderten Menschen gerecht werden" erklärt Wasser.

Von Anfang an hat Malteser International die Bevölkerung an der Planung und Umsetzung des Wiederaufbaus eng beteiligt, um die Nachhaltigkeit der Hilfe sicherzustellen. "Wir haben mit den Dorfbewohnern deren Bedürfnisse und Ideen zum Wiederaufbau besprochen und sie regelmäßig über wichtige Elemente des sicheren Bauens, den Bauprozess, ihre Rolle beim Hausbau und unsere Kriterien für die Auswahl besonders bedürftiger Familien informiert", so Wasser.

Gleichzeitig bilden die Malteser in Zusammenarbeit mit einem lokalen Berufsausbildungszentrum junge Erwachsene aus den Dörfern als Schreiner und Maurer aus. "So können diese nicht nur einen eigenen Beitrag zum Wiederaufbau ihres Landes leisten, sondern gleichzeitig ein kleines Einkommen für ihre Familien erwirtschaften", berichtet Wasser. Darüber hinaus stellen die Malteser in den vier Dörfern auch die Wasserversorgung wieder her, bauen Latrinen, verteilen Hygienekits und führen Gesundheits- und Hygiene-Aufklärungskampagnen durch. Sie reparieren Schulen sowie deren Sanitär- und Wasserversorgungssysteme, verteilen Saatgut, führen Erste-Hilfe-Trainings durch und sorgen für eine bessere Basisgesundheitsversorgung.

Während der Nothilfe-Phase hatte Malteser International Lebensmittel an über 2.500 Familien sowie Hygienekits, Wasserkanister und weitere Hilfsgüter an rund 6.300 Familien verteilt. Eine Trinkwasseraufbereitungsanlage sicherte in den ersten Wochen nach der Katastrophe die Wasserversorgung eines ganzen Dorfes. 250 Häuser wurden repariert, 52 Großraumzelte als Klassen- und Spielräume bereitgestellt, 800 Familien erhielten Zeltplanen. Zudem verteilten die Malteser Schulmaterialien an fast 2.500 Schulkinder sowie Werkzeug für Aufräum- und Feldarbeiten an die Dorfbewohner.

=> www.malteser-international.org 


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