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fluechtlinge italien unhcr di loreto 200Berlin. - Angesichts der neuerlichen Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer, bei der offenbar über 330 Menschen ums Leben gekommen sind, hat das Kampagnenbündnis "Gemeinsam für Afrika" für ein Umdenken in der deutschen und europäischen Flüchtlingspolitik plädiert. "Es ist eine Schande, wenn Menschen auf der Flucht sterben! Niemand verlässt seine Familie, seine Freunde und seine Heimat ohne triftige Gründe. Fast immer sind Menschenrechtsverletzungen die Ursache der Flucht.", betonte Susanne Anger, Sprecherin von Gemeinsam für Afrika am Freitag in Berlin.

Sie forderte: "Wir dürfen Menschen, die diesen Schritt wagen, nicht im Stich lassen. Jeder Mensch hat das Recht auf Auswanderung und Asyl, wenn er aus politischen, religiösen oder sonstigen Gründen verfolgt wird. Eine gemeinsame europäische Mission zur Seenotrettung wäre der erste Schritt in die richtige Richtung."

Mehr als 400 Menschen in vier Schlauchbooten sind diese Woche auf dem Weg von Libyen nach Italien in Seenot geraten. Die meisten von ihnen werden noch vermisst, 29 Menschen sind am Montag erfroren. Die Geflüchteten stammten aus Ländern Afrikas südlich der Sahara.
Um weitere Bootsunglücke zu verhindern, müsse dringend eine gemeinsame europäische Mission zur Seenotrettung gegründet werden, nachdem im Oktober 2014 die italienische Seenotrettungsaktion "Mare Nostrum" beendet wurde. Die momentan laufende europäische "Triton-Mission", ausgeführt von Frontex, konzentriert sich vor allem auf den Grenzschutz und ist unzureichend ausgestattet. Auch eine gemeinsame EU-Verantwortung für die Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer.

Da Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern eine legale Einreise nach Europa meist nicht möglich ist, bleibt ihnen oft nur der gefährliche Weg über das Mittelmeer. 2014 wagten laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) mindestens 218.000 Flüchtlinge und Migranten die Überfahrt, mehr als 3.400 Menschen kamen dabei ums Leben. Seit dem Jahr 2000 sind laut einer Erhebung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 22.000 Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa umgekommen, die meisten von ihnen auf dem Mittelmeer.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker machte zu Beginn der Woche auf den mangelnden Schutz aufmerksam. Das Blog Africa is Country kritisierte, dass westliche Medien, sich vor allem dem Bürgerkrieg in Syrien und syrischen Flüchtlingen widmen und afrikanische Flüchtlinge, darunter auch aus Eritrea kaum Beachtung finden.

Gemeinsam für Afrika fordert, die Ursachen von Flucht ernst zu nehmen und tragfähige Lösungen zu suchen. Um Perspektiven für die Menschen zu schaffen, müssen die Menschenrechte geachtet, langfristig wirksame Entwicklungszusammenarbeit ausgebaut und unfaire Handelsstrukturen beseitigt werden.

Quelle: gemeinsam-fuer-afrika.de


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