Bensheim/Sendai. - Katastrophenvorsorge muss auch Menschen mit Behinderungen berücksichtigen, fordert die Christoffel-Blindenmission (CBM) anlässlich der Konferenz der Vereinten Nationen (UN) zur weltweiten Katastrophenvorsorge im japanischen Sendai. Vom 14. bis 18. März wird dort eine Richtlinie verhandelt, die künftig dazu beitragen soll, die Auswirkungen von Naturkatastrophen deutlich zu verringern.

Menschen mit Behinderungen seien im Katastrophenfall besonders stark gefährdet, wie Studien zeigen. "Wir hoffen daher, dass das Abschlussdokument hält, was die Entwürfe versprechen und die Bedürfnisse von behinderten Menschen bei den Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge berücksichtigt werden", sagt CBM-Geschäftsführer Dr. Rainer Brockhaus.

Die Konferenz ist der Höhepunkt eines dreijährigen Prozesses, in dem sich die CBM von Anfang an zusammen mit ihren Partnern dafür eingesetzt hat, dass die Richtlinie inklusiv wird. Dabei wurden große Fortschritte erzielt: Zum einen wurde die direkte Beteiligung von behinderten Menschen an den Verhandlungen erreicht. Zum anderen enthält der aktuelle Entwurf der Richtlinie Vorschläge dazu, wie Menschen mit Behinderungen bei der Konzeption der Maßnahmen beteiligt werden und wie diese barrierefrei gestaltet werden können. CBM-Geschäftsführer Brockhaus: "Die Verabschiedung des Entwurfs in der jetzigen Form wäre ein guter erster Schritt. Als nächstes müssen auch in der Post-2015-Agenda Menschen mit Behinderungen in der Katastrophenvorsorge berücksichtigt werden."

POST-2015-AGENDA MUSS NACHZIEHEN

Im September verabschiedet die UN-Generalversammlung neue weltweite Entwicklungsziele, die sogenannte Post-2015-Agenda. Im Gegensatz zum Entwurf der Richtlinie zur Katastrophenvorsorge weist der aktuelle Post-2015-Agenda-Entwurf jedoch entscheidende Lücken auf: Menschen mit Behinderungen werden bei weitem nicht durchgängig und konsequent genug erwähnt. So sind sie dort aktuell in den Zielen zur Katastrophenvorsorge nicht berücksichtigt. "Hier muss der Entwurf für die Entwicklungsziele nachgebessert werden", sagt Brockhaus. "Die Post-2015-Agenda muss zum einen auf die UN-Richtlinie zur Katastrophenvorsorge verweisen und zum anderen Menschen mit Behinderungen in der Katastrophenvorsorge explizit erwähnen."

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 672 Projekte in 68 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de.

Quelle: Pressemitteilung www.cbm.de 


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