Peking/birecEschborn (epo). - Chinas Vize-Premierminister Zeng Peiyan hat in Peking die Beijing International Renewable Energy Conference 2005 (BIREC 2005) eröffnet. Der aus Anlass der Konferenz veröffentlichte "Globale Statusbericht für Erneuerbare Energien" (Global Status Report) gibt den ersten vollständigen Überblick über die weltweit beeindruckende Marktentwicklung bei den verschiedenen Technologien für Erneuerbare Energien. Die Studie wurde im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und des Bundesumweltministeriums (BMU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) vom Washingtoner Worldwatch Institute erstellt.

Der Report erscheint im Rahmen des neu formierten Netzwerkes "Renewable Energy Policy Network for the 21st Century" - kurz REN21 - und steht auf dessen Internetseite (http://www.ren21.net) als Download zur Verfügung.

Dem Bericht zufolge flossen im Jahr 2004 weltweit Investitionen von mehr als 30 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse machen an der weltweiten Energieerzeugung bereits heute einen Anteil von rund 17 Prozent aus.

Mittlerweile hätten auch multinationale Energieunternehmen die Chancen der Erneuerbaren Energien erkannt, so die GTZ: Siemens, Shell, General Electric, Sharp oder BP seien neben den vielen mittelständischen Unternehmen heute wichtige Global Player im Sektor. Weltweit beschäftige die Branche derzeit rund 1,7 Millionen Menschen.

Die Märkte in Industrieländern wie Deutschland, Spanien, den USA oder Japan bieten der GTZ zufolge derzeit die größten Investitionschancen. Aber auch Schwellen- und Entwicklungsländer nutzen zunehmend die Möglichkeiten der erneuerbaren Energien, insbesondere für die ländliche Energieversorgung und als Reaktion auf die stark steigenden Ölpreise: China will den Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2010 auf 10 Prozent erhöhen.

Die GTZ unterstützt die chinesische Regierung unter anderem bei der Formulierung und Umsetzung eines Einspeisegesetzes für Erneuerbare Energien. China sei bereits heute Marktführer bei der Nutzung von Sonne zur Wassererwärmung, berichtet die GTZ. Bei der Entwicklung von Biokraftstoffen sei Brasilien führend. "Länder in Afrika hoffen, durch Erneuerbare Energien mehr Menschen Zugang zu modernen Energieformen zu geben, um so deren Lebensbedingungen und wirtschaftlichen Entwicklungschancen zu verbessern", erklärte der GTZ-Energieexperte Mike Enskat.

Entscheidend für den Erfolg beim Einsatz erneuerbarer Energien ist der politische Wille der Regierungen. Laut dem Globalen Statusbericht verfügen heute fast 50 Länder weltweit über staatliche Instrumente zur Förderung von Wasserkraft, Solarstrom, Windenergie oder Erdwärmenutzung. Unter anderem werden quantitative Ausbauziele gesetzlich definiert oder finanzielle Investitionsanreize geboten. Zur Förderung von Biokraftstoffen für den Einsatz in Fahrzeugen wird deren Beimischung zu konventionellen Kraftstoffen gesetzlich ermöglicht. Die GTZ unterstützt Partnerregierungen in mehr als 30 Ländern in Afrika, Asien, Osteuropa und Lateinamerika bei der Schaffung von förderlichen Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energien und zur Förderung der Energieeffizienz.

An der Pekinger Konferenz nehmen mehr als 1.000 Personen teil, darunter 700 Vertreter von Regierungen und internationalen Organisationen sowie aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Sie wollen den Wandel hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung weiter vorantreiben.

Die BIREC 2005 ist eine Nachfolgekonferenz der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien, die im Juni 2004 in Bonn stattfand. Nach dem Erfolg der Bonner Konferenz unterstützte die GTZ im Auftrag von BMZ und BMU auch die Vorbereitung der Pekinger Konferenz.

Renewable Energy Policy Network for the 21st Century
GTZ


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