Gesundheitsstation in Sierra Leone. Foto: World Vision

Bielefeld. - Die Gruppe der sieben mächtigsten Industrienationen des Westens (G7) wird sich auf Schloss Elmau in Oberbayern auch mit der globalen Gesundheit befassen. "Es ist jedoch fraglich, ob die Vorschläge der reichen G7-Staaten ausreichen, um die Situation in den armen Ländern grundlegend zu verbessern", meint die BUKO Pharma-Kampagne. "Und die Betroffenen sitzen allenfalls am Katzentisch." 

Auf der Agenda des G7-Gipfels stehen Antibiotika-Resistenzen sowie vernachlässigte Tropenkrankheiten. Das reicht aus der Sicht der BUKO Pharma-Kampagne nicht aus. "Wenn die meisten Krankheiten durch Armut bedingt sind, dann muss deren Abschaffung höchste Priorität genießen. Doch die Politik der reichen Länder konterkariert vielfach eine eigenständige Entwicklung der ärmeren Staaten und verschärft dadurch die Probleme. Das betrifft vor allem auch die Arzneimittelversorgung."

Das Patentsystem, so die Kampagne, mache Medikamente für viele unbezahlbar und biete "perverse Anreize für die Forschung". So sei es viel lukrativer, das x-te Diabetes-oder Krebsmedikament zu entwickeln als ein Mittel gegen Krankheiten, die nur in armen Ländern häufig sind. Und auch bei der Entwicklung neuer Antibiotika versage das System: Sie sollten nur maßvoll angewendet werden und seien deshalb kommerziell nicht interessant.

"Das gegenwärtige System beschert den Herstellern dicke Profite, und der Output ist selbst für PatientInnen in reichen Ländern im Grunde dürftig", kritisiert die BUKO Pharma-Kampagne: "Die meisten Neueinführungen bringen PatientInnen keinen zusätzlichen Nutzen."

Aber auch wichtige neue Therapien seien durch Patente geschützt und deshalb enorm teuer. Damit würden sie für die Bedürftigen in ärmeren Ländern unerschwinglich.

Die reichen Länder versuchten zudem in bi- oder multilateralen Handelsabkommen wie TTIP den durch die Welthandelsorganisation (WTO) erzwungenen Patentschutz weiter zu verschärfen. Auf diese Weise instrumentalisierten die G7-Staaten das Patentsystem für den Schutz von Big Pharma auf Kosten der Gesundheit der Armen.

"Deshalb ist eine andere Forschungspolitik nötig, die den Nutzen für die PatientInnen in den Vordergrund stellt und an deren Ende bezahlbare Produkte für alle stehenW fordert die BUKO Pharma-Kampagne. "Solange die G7-Staaten hauptsächlich die Interessen ihrer Industrie vertreten, wird die globale Gesundheit weiter leiden."

Weitere Infos: www.bukopharma.de/uploads/file/Pharma-Brief/2015_01_spezial_G_7.pdf 

Die BUKO Pharma-Kampagne beteiligt sich mit Workshops u.a. auf dem Gipfel der Alternativen an den Protesten und zeigt Alternativen zum gegenwärtigen System auf: www.bukopharma.de/index.php?page=veranstaltungen 

Der Internationale Gipfel der Alternativen bietet zahlreiche Workshops und Diskussionsforen zum G7-Gipfel. => www.alternativgipfel.org 

Foto: Gesundheitsstation in Sierra Leone © World Vision
 
Quelle: www.bukopharma.de 


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