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Berlin. - Das Programm des G7 Gipfels in Elmau stößt auf Kritik einer überwältigenden Mehrheit der Deutschen. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag von Oxfam Deutschland zeigt, dass 82 Prozent der Deutschen beim Gipfeltreffen der G7-Staats- und Regierungschefs einen Schwerpunkt in den Gesprächen beim Umgang mit weltweit wachsender sozialer Ungleichheit erwarten. Doch dieses Thema steht nicht auf der Agenda.

"Auf der Tagesordnung stehen Wachstumsfragen, es muss aber auch um Möglichkeiten einer gerechten Verteilung gehen", sagte Jörn Kalinski, Leiter der Kampagnenarbeit von Oxfam Deutschland. "Angela Merkel hat die Hungerbekämpfung als Gipfelziel ausgerufen. Im kommenden Jahr wird ein Prozent der Weltbevölkerung mehr besitzen als der gesamte Rest. Um glaubwürdig zu bleiben, muss sich die Bundeskanzlerin dafür einsetzten, dass dieser Trend gestoppt wird. Wirtschaftliches Wachstum macht derzeit vor allem die Reichen reicher. Was wir brauchen, sind Wachstums- und Verteilungsstrategien, die besonders den Armen zugutekommen."

Kalinski weiter: "Derzeit entgehen armen Ländern jährlich Milliardeneinnahmen durch die Steuertricks internationaler Konzerne. Das wird sich auch bei noch mehr Wirtschaftswachstum nicht ändern. Die G7 müssen dafür sorgen, dass armen Ländern ausreichende Finanzmittel zur Verfügung stehen, um soziale Ungleichheit zu bekämpfen. Dazu gehört, sich für gerechte und transparente internationale Steuersysteme starkzumachen. Ebenso müssen endlich die lange versprochenen 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt werden. Dieses Ziel wurde vor 45 Jahren formuliert und wird bisher unter den G7-Staaten nur von Großbritannien erreicht. Das liegt nicht an mangelndem Wachstum, das liegt an mangelndem Willen zu gerechter Verteilung."

Am Sonntag beraten die Staats- und Regierungschefs der G7 über "Weltwirtschaft und Wachstum". Oxfam fordert im Rahmen seiner "Besser Gleich!"-Kampagne globale Steuerregeln für internationale Konzerne, die Steuervermeidung zulasten von Entwicklungsländern beenden. Nur so können arme Länder nachhaltig genug eigene Einkünfte erzielen, um Armut zu mindern, soziale Ungleichheit zu reduzieren und Hunger zu bekämpfen.

Zu diesem Thema hat Oxfam am 2. Juni den Bericht "Money Talks. Africa at the G7" veröffentlicht, der die Einnahmeverluste beziffert, die afrikanische Länder infolge von Steuervermeidungsstrategien internationaler Konzerne zu tragen haben. Der Bericht ist verfügbar unter http://www.oxfam.de/money-talks.

In einem früheren Bericht ("Wealth. Having it all and wanting more") hat Oxfam berechnet, dass 2016 das reichste Prozent der Weltbevölkerung ebensoviel Vermögen besitzen wird wie die restlichen 99 Prozent. Der Bericht ist verfügbar unter http://www.oxfam.de/publikationen/wealth-having-it-all-and-wanting-more.

Die Umfrageergebnisse stehen zum Download bereit unter www.oxfam.de/files/g7_umfrage_ungleichheit.pdf 

Quelle: www.oxfam.de 


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