suedsudan 150Juba. - Zum vierten Jahrestag der Unabhängigkeit (9. Juli) hat Malteser International eindringlich vor einer erneuten Hungersnot im Südsudan gewarnt. Die Hilfsorganisation ruft alle Verantwortungsträger auf, sich konsequent für eine friedliche Lösung des gewaltsamen Konfliktes im Land einzusetzen. Aufgrund der Kampfhandlungen können Felder nicht bestellt und Ernten nicht eingebracht werden. Der Südsudan gilt seit der Abspaltung vom Sudan als einer der instabilsten Staaten der Welt. Die Unabhängigkeit sollte dem Land Frieden bringen, doch seit Dezember 2013 leidet die Bevölkerung unter einem erneuten blutigen Bürgerkrieg. 

"Die Ursachen für die große Not der südsudanesischen Bevölkerung liegen letztlich in dem langjährigen und auch in ethnischen Feindschaften begründeten gewaltsamen Konflikt", erklärte Sid Johann Peruvemba, Programmdirektor von Malteser International.

"Solange Waffenstillstandsabkommen nicht respektiert und überwacht und Konfliktparteien nicht entwaffnet und zu Friedensgesprächen an einen Tisch geholt werden, wird die Bevölkerung weiterhin großes Leid zu ertragen haben."

Hinzu kommt, dass die Auseinandersetzungen und die Gewalt die humanitäre Hilfe vielfach gefährden, weil es für die humanitären Helfer keinen sicheren Zugang zu den Betroffenen gibt. "Um den ständigen Kreislauf von Hunger, Gewalt und Not zu durchbrechen, brauchen wir dringend Friedensinitiativen auf allen Ebenen sowie weitere finanzielle Mittel für den notwendigen Ausbau der humanitären Hilfe", so Peruvemba.

Mitte Juni fehlten noch 1 Milliarde US-Dollar um nachhaltige Hilfe und Aufbau verwirklichen zu können.

Etwa jede zweite Familie im Südsudan weiß schon jetzt nicht mehr, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen soll. Wegen der anhaltenden Kämpfe konnten viele Familien ihre Felder nicht bestellen und kein Getreide anbauen. In der Folge sind die Preise für Körnerfrüchte und weitere Grundnahrungsmittel drastisch gestiegen. Dies stellt insbesondere auch für Familien, die Vertriebene aus anderen Landesteilen aufgenommen haben, ein schweres Problem dar. 

Die Auseinandersetzungen und die Gewalt gefährden massiv das Leben der rund elf Millionen Einwohner. Laut Angaben der Vereinten Nationen sind bis Juli 4,6 Millionen Menschen – rund 40 Prozent der Bevölkerung – akut von Hunger bedroht. Eine Million von ihnen ist in akuter Lebensgefahr. Mehr als zwei Millionen Südsudanesen mussten seit Dezember 2013 ihre Häuser und Dörfer verlassen und sind vor Gewalt und Hunger in andere Regionen oder Nachbarländer geflohen.

Quelle: malteser-international.org


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