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wvFriedrichsdorf. - Mehr als 300.000 Flüchtlinge haben seit Januar versucht, über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. Tausende ertranken während der Überfahrt. Auch der Landweg ist gefährlich. So sterben schutzsuchende Menschen qualvoll in LKW-Containern, werden durch Stacheldrahtzäune verletzt, verbringen Wochen und Monate in überfüllten Aufnahmelagern oder auch im Freien, zum Beispiel an Bahnhöfen. Das Kinderhilfswerk World Vision hat am Montag die EU-Staaten dazu aufgefordert sichere Fluchtwege zu garantieren und für menschenwürdige Betreuung sorgen.

Laut UNHCR wurden allein in Serbien bisher etwa 83.000 Flüchtlinge registriert. Insbesondere die Regierungen in den Transitländern sind von der Situation völlig überfordert.

World Vision ist besonders besorgt über die Situation von minderjährigen Flüchtlingen. Geschätzt 8000 Kinder und Jugendliche sind allein unterwegs. Sie wurden auf der Flucht entweder von ihren Familien getrennt oder ihre Eltern haben sie allein auf die Reise in ein sicheres Land geschickt. Kinder, die allein unterwegs sind, sind besonders gefährdet. Auch Kinder, die mit ihren Familien kommen, benötigen schnelle kindgerechte humanitäre Hilfe, denn Kinder leiden besonders unter Hunger und Durst und den Wetterbedingungen. Die international garantierten Rechte der Kinder auf Schutz und Förderung dürfen nicht in Frage gestellt werden.

ASYLSUCHENDE SCHÜTZEN UND MENSCHENWÜRDIGEN AUFENTHALT GEWÄHREN

World Vision erinnert daran, dass die EU-Länder laut UN-Kinderrechtskonvention und Menschenrechtscharta verpflichtet sind, sich um Asylsuchende und Flüchtlinge zu kümmern und ihnen einen menschenwürdigen Aufenthalt zu ermöglichen. Christoph  Waffenschmidt, Vorstandsvorsitzender von World Vision Deutschland, betonte: "Derzeit bieten einige EU-Länder ein beschämendes Bild. Eine Gemeinschaft, die sich der Solidarität verschrieben hat - wie sie es jüngst auch in Bezug auf die Griechenland-Krise gezeigt hat - sollte nicht um Aufnahmequoten schachern. Es muss klare Regelungen geben, damit Flüchtlinge und insbesondere Kinder versorgt werden und betreut in Aufnahmeländer reisen können."

Die Hilfsorganisation ruft Politiker, einflussreiche Mitglieder der Gesellschaft, Kirchenvertreter und die Öffentlichkeit auf, diese hilfsbedürftigen und von Leid gezeichneten Menschen willkommen zu heißen und sich besonders um die Schwächsten zu kümmern. Auch die Transitländer müssen mit genügend Personal ausgestattet und finanziell unterstützt werden. "Kein Mensch verlässt seine Heimat, seine Familie, seine Eltern, Geschwister, Kinder oder Freunde freiwillig", so Waffenschmidt. "Menschen fliehen, weil sie den Bombenterror, Folter, Tod und Grausamkeiten des Krieges nicht mehr ertragen, weil sie diskriminiert und unterdrückt werden, weil sie politisch verfolgt werden und weil sie in wirtschaftlichem und sozialem Elend leben."

FORDERUNGEN ZUR ENTWICKLUNGSFINANZIERUNG UND KRISENPRÄVENTION

Auch in Bezug auf die Situation in den Nachbarländern Syriens muss mehr getan werden. Seit fast 5 Jahren kümmern sich die Regierungen in Libanon, Jordanien, Irak und der Türkei um Millionen von syrischen Flüchtlingen. Schon lange sind die Aufnahmekapazitäten dieser Länder erschöpft. "Die Lebenssituation der meisten Flüchtlinge ist von enormer Perspektivlosigkeit geprägt", betonte Waffenschmidt. "In Jordanien dürfen sie nicht arbeiten und sind auf die finanziellen Zuweisungen z.B. durch die Vereinten Nationen angewiesen. Diese sind aber nicht mehr ausreichend finanziert und so ist absehbar, dass die Flüchtlinge mit immer weniger auskommen müssen."

World Vision fordert die Staatengemeinschaft auf, ihre Finanzierungszusagen zu halten. Alle EU-Länder müssen auch die zugesagten 0,7% des Bruttonationaleinkommens endlich für globale Entwicklung bereitstellen. In Konfliktländern muss Friedenspolitik viel früher ansetzen. Eine vorausschauende Friedenspolitik, die Konflikte frühzeitig identifiziert und verhindert, ist dringend geboten. Der Krieg in Syrien muss schnellstmöglich beendet werden. Hier können und sollten sich die EU sowie Deutschland stärker engagieren.

Quelle: worldvision.de


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