gfpBerlin. - Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die in der Kritik stehende German Food Partnership (GFP) "still und heimlich auslaufen lassen". Das haben FIAN, INKOTA, Oxfam und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) am Freitag berichtet. Die NGOs begrüßen diesen Schritt und werten dies auch als Erfolg ihrer Kampagnenarbeit. Die Nichtregierungs- und Bauernorganisationen hatten die Kooperation mit Agrar- und Chemiekonzernen wie Bayer, Syngenta und BASF kritisiert, weil sie statt der Armutsbekämpfung vor allem den Profitinteressen der Konzerne diene.

"Anstatt arme Bauern und Bäuerinnen in die Hungerbekämpfung einzubinden, durften über die GFP Konzerne Entwicklungspolitik mitbestimmen. Das Ministerium hatte das von Dirk Niebel als Vorzeigeprojekt initiierte Vorhaben zunächst auch unter Nachfolger Gerd Müller weitergeführt", erklärten die NGOs.

2014 hatte ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher und bäuerlicher Organisationen unter dem Slogan "Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!" das Entwicklungsministerium aufgefordert, die Kooperation mit Agrar- und Chemiekonzernen zu beenden. Mehr als 65.000 Menschen hatten diese Forderung mit ihrer Unterschrift unterstützt.

Die Mitinitiatoren begrüßen das nun verkündete Ende der GFP, fordern aber einen prinzipiellen Kurswechsel. Denn drei regionale Projekte, die unter dem Dach der GFP geschmiedet wurden, sollen weiter laufen: die Better Rice Initiative Asia (BRIA), die Competitive African Rice Initiative (CARI) und die Potato Initiative Africa (PIA). Zudem arbeite das BMZ auch über sogenannte "Grüne Innovationszentren", das Programm develoPPP und die "Neue Allianz für Ernährungssicherung" der G7-Staaten mit großen Agrarkonzernen zusammen. FIANINKOTA und Oxfam wollen diese Kooperationen weiterhin kritisch verfolgen und an ihrer Forderung "Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!" festhalten.

Die NGOs fordern, dass BMZ-Programme statt der Außenwirtschaftsförderung vor allem das Recht auf Nahrung und Ernährungssouveränität im Fokus haben. Dazu sei es notwendig, die von Armut und Hunger am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen wie marginalisierte Kleinbäuerinnen und -bauern bei der Formulierung und Umsetzung von Initiativen einzubinden. Zudem müsse das BMZ bislang vernachlässigte agrarökologische Ansätze stärker fördern. Diese verbinden traditionelles und lokales Wissen mit Erkenntnissen und Methoden moderner Wissenschaft und werden insbesondere von Kleinbauern und -bäuerinnen weltweit erfolgreich angewendet.

Die Kampagne "Keine Entwicklungshilfe für Agrarkonzerne!" wurde getragen von: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V., Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), FIAN Deutschland, Forum Umwelt und Entwicklung, INKOTA-netzwerk, Junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Katholische Landjugendbewegung Deutschlands, Misereor, Oxfam Deutschland, Pestizid-Aktions-Netzwerk, Weltladen Dachverband.

Quelle: www.inkota.de 


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