wvIse-shima. -Im Jahr Eins der Nachhaltigkeitsziele, der Agenda 2030, hat World Vision Deutschland wie viele Hilfsorganisationen eine klare Erhöhung der Schlagzahl der G7 in Bezug auf die Armutsbekämpfung gefordert. "Leider gibt die Abschlusserklärung keine Anzeichen für ein signifikante Änderung des bisherigen Tempos", berichtete Marwin Meier, World Vision Deutschlands Gesundheitsexperte am Freitag aus dem japanischen Ise-shima.

"Die Sprache ist positiv, die Bekundungen vollmundig, aber es fehlen konkrete, zeitgebundene Pläne und finanzielle Zusagen, die zum Beispiel eine Beendigung aller vermeidbarer Mütter- und Kindertode bis 2030 ermöglichen würden." Seit 1990 sank die Kindersterblichkeit von 12,7 Millionen auf knapp unter 6 Millionen Tode und dies trotz steigender Weltbevölkerung. Aber nur durch eine allgemeine Gesundheitsversorgung, die die Menschen nicht in Armut stürzt, kann diese Zahl auf Null gesenkt werden.

World Vision begrüßt, dass sich die G7 endlich klar zu einer weltweiten Gesundheitsversorgung für Alle bekennen. Es kann nicht sein, dass noch immer jedes Jahr ca. 100 Millionen Menschen aufgrund von Gesundheitsproblemen in Armut gedrängt werden. Es fehlen aber konkrete Zusagen an arme Länder und fragile Staaten, die diese Versorgung nicht ohne Unterstützung von außen leisten können. Die G7 müssen schon gegebene Versprechen einhalten, wie die Bereitstellung von 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die Entwicklungszusammenarbeit.

Ebola hat der Welt klar vor Augen geführt, wie schlecht sie auf die Eindämmung von sich schnell ausbreitenden Infektionskrankheiten vorbereitet ist. Die Schaffung des geplanten Pandemie Fonds der Weltbank zur Bekämpfung von Pandemien ist ein wichtiger Baustein, um betroffenen Ländern schnell die nötigen Mittel früh zur Verfügung zu stellen und so eine Ausbreitung gefährlicher Erreger schnell zu unterbinden. Leider konnten sich die G7 zu keiner finanziellen Zusage durchringen und bleiben im Beifallklatschen stecken.

Auch im Bereich Ernährung haben die G7-Staaten keine konkreten Zusagen gemacht. Vollmundig hatten die G7 letztes Jahr im bayrischen Elmau verkündigt, gemeinsam mit unseren Partnern 500 Millionen Menschen bis zum Jahr 2030 aus Hunger und Mangelernährung zu befreien.“ Allein, ein Jahr später gibt es immer noch keinen konkreten Umsetzungsplan der G7. Angesichts der traurigen Tatsache, dass Mangelernährung immer noch Grundursache für etwa 40 Prozent aller Kindertode unter 5 Jahren darstellt, ist dies ein besonders trauriges Versagen der sieben reichsten Länder der Erde.

World Vision kritisiert, dass der Gipfel in Ise-shima keine konkreten Finanzzusagen oder Pläne im Kampf gegen Kindersterblichkeit gebracht hat. Den gut formulierten Absichten müssen bald konkrete Umsetzungspläne folgen, die das Leben von Millionen hungernden, krankheitsbedrohten und in Kriegsgebieten lebenden Kindern verbessern.

Auch die Kinderhilfsorganisation Save the Children zeigte sich enttäuscht über die mangelnden Finanzierungsverpflichtungen für eine universelle Gesundheitsversorgung. "Ohne diese Zusage werden die ärmsten und schwächsten Bevölkerungsgruppen weiterhin im Stich gelassen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es jetzt in der Hand, angesichts des G20-Gipfels im nächsten Jahr, die Weichen umzustellen und die Initiative ‚Healthy Systems - Healthy Lives‘ der Bundesregierung weiter voranzutreiben. Wenn die Vereinbarungen von Elmau wirklich erreicht werden sollen, müssen die hierfür notwendigen Gelder bereitgestellt werden. Wir hoffen daher sehr, dass der ‚Nutrition for Growth‘-Gipfel zu konkreteren Zusagen im Bereich Mangelernährung führen wird", fordert Susanna Krüger, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.  

Quelle: worldvision.de / savethechildren.de


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