cbmBensheim. - Sie haben Schreckliches erlebt und wollen nur eins: in Sicherheit leben. In Nigeria sind schon mehr als zwei Millionen Menschen vor der Gewalt durch die Terrormiliz Boko Haram geflohen. Die meisten von ihnen suchen Schutz im Nordosten des Landes oder direkt hinter der Grenze im Nachbarstaat Niger - Regionen, die zu den ärmsten in Afrika gehören und wo die Bewohner selbst kaum genug zum Überleben haben.

Um die hierher geflohenen Menschen zu unterstützen und gleichzeitig die lokale Bevölkerung zu entlasten, leistet die Christoffel-Blindenmission (CBM) dringend benötigte humanitäre Hilfe. "Auch wenn viel über die Flucht nach Europa gesprochen wird, dürfen wir die Krisenregionen in anderen Teilen der Welt nicht aus den Augen verlieren", forderte CBM-Geschäftsführer Rainer Brockhaus. "Die jüngsten finanziellen Zusagen der Bundeskanzlerin für afrikanische Länder reichen nicht aus, solange die Mittel vor allem für die Bekämpfung der Schleuserkriminalität vorgesehen sind. Viel wichtiger ist, dass wir den Menschen helfen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden und in den angrenzenden Regionen kaum Hilfe erhalten."

Die Versorgung der Menschen, die vor dem Terror durch Boko Haram fliehen, werde zu einem immer dringenderen Problem, berichtete die CBM. Denn der gesamte Nordosten Nigerias leide genauso wie die angrenzenden Gebiete im Niger und im Tschad aktuell unter akuter Trockenheit. Es gebe kaum noch genug Nahrung und Wasser für die örtliche Bevölkerung, geschweige denn für die Millionen Vertriebenen.

Die CBM hilft, indem sie gemeinsam mit ihren lokalen Partnern in Flüchtlingscamps in den nigerianischen Provinzen Borno und Yobe sowie in der Region Diffa im Niger Lebensmittel-Pakete und Hygiene-Artikel verteilt, Brunnen und Sanitäreinrichtungen baut sowie die Flüchtlinge medizinisch versorgt. Außerdem helfen geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Flüchtlingen, das Erlebte zu verarbeiten und sich in der neuen Heimat eine Existenz aufzubauen.

Im Fokus der Maßnahmen stehen Menschen mit Behinderungen, die gerade in Notsituationen besondere Hilfe benötigen. So wie die zehnjährige Maïnaram, die auf Grund einer Polio-Infektion gelähmt ist. Vor zwei Jahren haben Boko Haram Kämpfer ihre Heimatstadt Damasak eingenommen und zahlreiche Frauen und Kinder verschleppt. Maïnaram hatte Glück und konnte mit ihrem Vater und vier ihrer sechs Geschwister fliehen. Jetzt lebt die Familie im Flüchtlingslager Sayam im Niger.

"Am Anfang war es sehr hart für mich", erinnert sich Maïnaram. "Zwar konnte ich wieder die Schule besuchen, aber ich musste dorthin kriechen, weil ich keine Krücken oder einen Rollstuhl hatte." Über die CBM hat sie ein Dreirad erhalten, mit dem das Mädchen sich von nun an ohne fremde Hilfe im Camp bewegen kann. Maïnaram setzt das Rad nicht nur für den Schulweg ein, sondern auch um Korn zur Mühle zu bringen und so bei der Versorgung der Familie mitzuhelfen.

Quelle: www.cbm.de 


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