RdRHamburg (epo). - Die WestLB will nach Informationen der Umweltorganisation "Rettet den Regenwald" (RdR, Hamburg) eine große Kupfermine in Peru mitfinanzieren, die bei der lokalen Bevölkerung auf erbitterten Widerstand stößt. Das britische Unternehmen Monterrico Metals plane, in der  Provinz Huancabamba nahe der ecuadorianischen Grenze ab 2007 jährlich 200.000 Tonnen Kupfer abzubauen. "Bei Protesten von rund 3000 Bauern gegen das Projekt ist die Polizei vergangenes Jahr brutal mit Tränengas und Schusswaffen vorgegangen", so der RdR-Vorsitzende Reinhard Behrend. "Es gab einen Toten, Schwerverletzte und Verhaftungen."


Um die "Rio Blanco-Kupfermine" zur zweitgrößten von Peru auszubauen, benötige Monterrico Metals einen 400 Millionen US-Dollar-Kredit. Nach Informationen von RdR gehört die WestLB zu einem halben Dutzend Banken, die über eine Finanzierung verhandeln. Die betroffene Bevölkerung befürchte bei einem Ausbau der Mine eine Vergiftung der Bergnebelwälder und des Wassers durch Zyanid. Die Provinz Huancabamba ist berühmt für die "Huaringas", 14 Seen, denen die Einheimischen magische Kräfte zusprechen. Nach Angaben örtlicher Bauern bedroht die Kupfermine sogar das Amazonasbecken. Zudem werde der im Aufbau befindliche Naturtourismus in der Region geschädigt.

Die WestLB hat nach Auffassung von RdR nichts aus dem Desaster um die Finanzierung einer heftig umstrittenen Ölpipeline in Ecuador gelernt. "Die Heuschrecken haben einen Namen: WestLB", sagte RdR-Sprecher Werner Paczian in Anspielung auf die laufende Kapitalismusdebatte. Bei der Bilanzpressekonferenz am 11. Mai 2005 müsse die Düsseldorfer Bank mit unangenehmen Fragen rechnen. "Wer Projekte wie das in Peru unterstützt, verhöhnt die Banken-Initiative Equator Principles." Im Rahmen der so genannten "Equator Principles" hatte sich die WestLB 2003 gemeinsam mit anderen internationalen Kreditinstituten freiwillig auf soziale und ökologische Mindeststandards bei Projektfinanzierungen verpflichtet.

Die WestLB war in den vergangenen Jahren unter anderem wegen der OCP-Ölpipeline in Ecuador und wegen eines Kredites an den brasilianischen Sojagiganten Maggi heftig in die Kritik geraten. "In der Pflicht sind auch führende NRW-Politiker wie Ministerpräsident Peer Steinbrück, weil die WestLB de facto noch immer eine öffentlich-rechtliche Bank ist", sagte Reinhard Behrend. "Eine mit Steuergeldern gestützte Bank darf nur in ökologisch und sozial verträgliche Projekte investieren."

Rettet den Regenwald


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