WEFDavos/Berlin (epo). - Das in wenigen Tagen beginnende Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos wird sich in diesem Jahr mit der "Wiederherstellung des globalen wirtschaftlichen Gleichgewichts", der globalen Wasserkrise und mit dem "kreativen Imperativ" beschäftigen, den das Auftauchen Chinas und Indiens als Wirtschaftsmächte heraufbeschwören. Das Treffen vom 25.-29. Januar in der Schweiz hat erneut eine Gegenkonferenz auf den Plan gerufen: das Weltsozialforum (WSF). In diesem Jahr finden mehrere Treffen der Globalisierungskritiker in Bamako (Mali) und Caracas (Venezuela) statt. In dieser Woche werden überdies die WTO-Verhandlungen wieder aufgenommen.

Das diesjährige WEF-Treffen in Davos, das vom 25.-29. Januar stattfindet, wird weniger Prominenz als in früheren Jahren versammeln. Hardliner unter den Politikern und Top-Managern kritisierten im Vorfeld, dass in den vorangegangenen Foren zu viele Skeptiker der Globalisierung nach Davos eingeladen worden seien, so Rainer Falk von WEED in einer Analyse.

Die Erklärung von Bern und die Schweizer Umweltstiftung Pro Natura haben erneut die "Public Eye Awards" ausgeschrieben und werden die Negativpreise für besonders verantwortungsloses Wirtschaften zum WEF-Auftakt am 25. Januar in Davos verleihen (epo: Zwanzig multinationale Konzerne für "Public Eye Awards" nominiert).

Rund 100.000 Menschen werden auch in diesem Jahr zum Weltsozialforum erwartet. Erstmals findet es nicht an einem zentralen Ort statt, sondern in Bamako/Mali (19.-23.1.06) und Caracas/Venezuela (24.-29.1.). Die dritte Veranstaltung, die in Karachi/Pakistan geplant war, wurde wegen des Erdbebens verschoben. "Die politische Entwicklung in Lateinamerika hat eine große Dynamik bekommen", sagte Kerstin Sack vom Attac-Koordinierungskreis zum WSF-Meeting in Caracas. "Durch die Regierungswechsel in Brasilien, Venezuela, Argentinien, Uruguay und zuletzt Bolivien sind Politiker in Regierungsverantwortung gekommen, die ihre Wurzeln in den sozialen Bewegungen ihrer Ländern haben. Ich erwarte spannende Debatten über das Verhältnis von Bewegungen zu Parteien."

Effektive Proteste gegen neoliberale Politik, partizipative Ansätze in der Politik, die Rücknahme von Privatisierungen öffentlicher Dienstleistungen und neue Akzente der internationalen Politik hätten auch in Deutschland das Interesse an der Entwicklung in Lateinamerika verstärkt, sagte Dorothea Härlin vom Attac-Rat: "Lateinamerika steht für eine Vielzahl nicht-staatlicher sozialer Bewegungen, von denen wir viel lernen können." Durch die Teilnahme von Evo Morales, der einst Mitbegründer des Weltsozialforums war und seit kurzem Präsident von Bolivien ist, und durch die Beteiligung der mexikanischen Zapatisten deuteten sich spannende Auseinandersetzungen um die Zukunft der Sozialforen an, bei denen Vertreter von Regierungen und bewaffneten Organisationen bisher ausgeschlossen waren.

Attac-VertreterInnen in Caracas: Kontakt über Mobil-Tel. 0058-412-5735552 * Kerstin Sack, Attac-Koordinierungskreis * Dorothea Härlin, Attac-Rat * Dr. Ulrich Brand, wissenschaftlicher Beirat von Attac * Prof. Klaus Meschkat, wissenschaftlicher Beirat von Attac

WTO-VERHANDLUNGEN WERDEN WIEDER AUFGENOMMEN

In dieser Woche werden die WTO-Verhandlungen fortgesetzt. Im Hauptquartier der Welthandelsorganisation in Genf geht es zunächst hauptsächlich um Agrarthemen. In Davos wollen bei einem "Mini-Ministerial" mehr als zwei Dutzend Handelsminister erstmals nach dem WTO-Gipfel in Hongkong darüber beraten, wie die Doha-Runde weiter gehen soll.

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