diakonieBerlin. - Um eine Hungerkatastrophe in Somalia zu verhindern, müssen die Geberländer die finanziellen Mittel sofort und deutlich aufstocken. "Fast jede Woche erleben wir derzeit eine Geberkonferenz für eines der ostafrikanischen Länder. Die dramatische Hungerkrise war seit fast zwei Jahren vorhersehbar, doch nahezu nichts wurde getan", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel von der Diakonie Katastrophenhilfe vor der am Donnerstag stattfindenden Geberkonferenz für Somalia in London. "Hungerflüchtlinge kommen nicht bis Europa – und damit offensichtlich auch nicht auf dessen Tagesordnung."

Bei der letzten großen Hungerkatastrophe 2011 sind in Somalia über 250.000 Menschen gestorben. !Hungertote in dieser Größenordnung könnten verhindert werden, wenn rechtzeitig gehandelt wird", sagte Füllkrug-Weitzel. "Dies ist die letzte Chance für die Staatengemeinschaft, nicht hunderttausende Menschenleben in Somalia zu riskieren. Jetzt muss sehr schnell, entschlossen und umfangreich gehandelt werden, um die vielen Versäumnisse zu kompensieren", sagte sie. Frühzeitige und gute logistische Planung seien wichtig, um Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter dort zu haben, wo sie im Falle einer Hungersnot gebraucht werden.

Neben der andauernden Dürre kommen in Somalia der Bürgerkrieg und daraus resultierende schwache staatliche Strukturen hinzu, was die Situation der Menschen dramatisch verschlimmert. "Der Staat ist kaum dazu in der Lage, den vielen Millionen Hungernden zu helfen, daher sind die Menschen so dringend auf Hilfe von außen angewiesen", erklärte Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe. In Somalia sind laut den Vereinten Nationen mehr als sechs Millionen Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen, etwa die Hälfte der Bevölkerung. Über drei Millionen Menschen leiden unter – teils akuter - Nahrungsmittelknappheit. Nicht alle diese Menschen haben jedoch Zugang zu humanitärer Hilfe. Auch deshalb sind alleine seit November 2016 über 600.000 Menschen innerhalb Somalias in Regionen geflohen, wo Hilfe geleistet werden kann. Damit liegt die Zahl der Binnenvertriebenen bei insgesamt etwa 1,7 Millionen Menschen.

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen verteilt die Diakonie Katastrophenhilfe mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes Gutscheine für Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Hilfsgüter an neu ankommende Vertriebene im Großraum Mogadischu. In den ländlichen Regionen Hiraan und Middle Shabelle werden in Zusammenarbeit mit der von der Dürre besonders betroffenen ländlichen Bevölkerung kommunale Tiefbrunnen repariert, wofür die Menschen Bargeld und Wassergutscheine erhalten. Der Zugang zu Wasser ist nicht nur für die Menschen direkt überlebenswichtig, er soll auch das massenhafte Sterben der Viehbestände verhindern, die für viele Menschen im ländlichen Raum die einzige Lebensgrundlage sind.

Quelle: diakonie-katastrophenhilfe.de


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