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gfbvGöttingen. - Für Flüchtlinge aus Eritrea und dem westsudanesischen Darfur gibt es in Ruanda weder Sicherheit noch Zukunftsperspektiven, warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). "Wenn Israel jetzt tatsächlich die ersten Flüchtlinge aus Eritrea abschiebt, sind sie ohne Ausweispapiere und finanzielle Mittel der Willkür von Behörden und der ortsansässigen Bevölkerung in Ruanda ausgesetzt", sagte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen. 

Eritreer, die gegen die Zahlung einer Starthilfe in den vergangenen Jahren freiwillig aus Israel nach Ruanda ausreisten, hätten katastrophale Erfahrungen machen müssen, berichtete die GfbV. Sie seien dort wie Freiwild schutzlos sich selbst überlassen worden und hätten ohne Papiere keine Chance gehabt, das Land legal zu verlassen.

"Eine Abschiebung nach Ruanda löst die Probleme der Eritreer nicht, sondern wird sie nur noch mehr traumatisieren", erklärte Delius und forderte Israels Einwanderungsbehörden eindringlich dazu auf, die Fluchtumstände der schutzsuchenden Eritreer neu zu bewerten, nachdem ein Berufungsbericht in Jerusalem in der vergangenen Woche erstmals einem Eritreer ein Asylrecht eingeräumt hatte. Er war vor unbegrenztem zwangsweisen Militärdienst in seinem Land geflüchtet. 

Dem Urteil kommt große Bedeutung zu, da die meisten Eritreer aus diesem Grund die Flucht ergriffen haben. Die Vereinten Nationen werten diesen unbegrenzten Militärdienst als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Viele Soldaten müssen in Eritrea zehn oder sogar 15 Jahre lang Dienst in der Armee leisten.

"Für Darfuris ist die Lage noch prekärer. Sie haben wenig Chancen, dass israelische Gerichte ihnen Schutz einräumen, obwohl im Westen des Sudan seit 15 Jahren Völkermord verübt wird", kritisierte Delius. "Doch weder Ruandas Staatschef Paul Kagame noch die anderen Staaten in der Region haben ein Interesse daran, diesen Genozid zu thematisieren und die Regierung des Sudan zu brüskieren. Stattdessen reden sie die Rechtlosigkeit und den Terror staatlich gesteuerter Milizen schön, um die Fiktion eines Friedens in Darfur hochzuhalten."

Die israelische Regierung will laut GfbV insgesamt 38.000 Flüchtlinge aus Eritrea und Darfur loswerden und hat ihre Abschiebung angekündigt, wenn sie nicht freiwillig gehen. Am Mittwoch wurden die ersten sieben der 27.500 eritreischen Flüchtlinge in Abschiebehaft genommen. Daraufhin traten die 750 Eritreer, die in dem Internierungscamp festgehalten werden, in einen Hungerstreik.

Quelle: www.gfbv.de 


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