care neuBonn. - Vor der internationalen Geberkonferenz für den Jemen am 3. April in Genf hat CARE vor dem akuten Risiko einer Hungersnot gewarnt. Vor allem Frauen und Mädchen trügen die Last des Krieges. Rund 8,8 Millionen Frauen und Mädchen seien derzeit auf Nahrungshilfe angewiesen, erklärte die internationale Hilfsorganisation.

"Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln. Neben der Aufstockung der finanziellen Mittel müssen dringend die Friedensgespräche wieder aufgenommen werden", sagte Marten Mylius, CARE-Nothilfekoordinator für den Nahen Osten. 

Der Jemen ist derzeit die größte ausschließlich von Menschen verursachte humanitäre Krise weltweit. Laut den Vereinten Nationen sind im Jahr 2018 rund 2,4 Milliarden Euro nötig, um Millionen von Menschen das Überleben zu sichern. Es handelt sich um den höchsten Hilfsappell für den Jemen, den es je gegeben hat. Bislang sind davon nur knapp fünf Prozent finanziert.

Seit Ausbruch des Krieges vor drei Jahren starben fast 10.000 Menschen, mehr als 52.000 wurden verletzt, so CARE. Insgesamt benötigen über 22 Millionen Menschen – rund 75 Prozent der Bevölkerung im Jemen – humanitäre Hilfe, mehr als die Hälfte davon befinden sich in akuter Notlage. Laut internationalen Beobachtern besteht ein erhöhtes Risiko für eine Hungersnot. Drei Viertel der zwei Millionen Binnenvertriebenen im Jemen sind Frauen. Mindestens jeder fünfte von Frauen geführte Haushalt wird von Mädchen unter 18 Jahren geführt.

"Die Situation von Frauen und Mädchen ist besonders schlimm. Sie zahlen den Preis für diesen Krieg. Viele Frauen sind auf sich alleingestellt, sie müssen mitansehen, wie ihre Kinder hungern und essen selbst kaum noch genug", berichtete Mylius, der die humanitäre Situation seit vielen Jahren beobachtet und sich regelmäßig vor Ort informiert.

CARE begrüßte die großzügigen Zusagen der deutschen Bundesregierung. Deutschland ist drittgrößter bilateraler Geldgeber für den Jemen und hat für das Jahr 2018 humanitäre Hilfe in Höhe von 33 Millionen Euro zugesagt. Bei der Geberkonferenz in Genf müssen nun dringend ausreichend finanzielle Mittel für den Schutz von Frauen und Mädchen bereitgestellt werden. Zusätzlich sei es entscheidend, so CARE, Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und eine politische Lösung zu finden.

"Unsere humanitäre Hilfe im Jemen rettet Leben", betonte Marten Mylius. "Aber damit bekämpfen wir nur die Symptome. Die internationale Gemeinschaft muss unbedingt daran arbeiten, dass neue Friedensgespräche auf den Weg gebracht werden." Insbesondere die deutsche Bundesregierung stehe nun in der Verantwortung, auf Worte Taten folgen zu lassen: Im Koalitionsvertrag ist die deutsche Außenpolitik ausdrücklich dem Frieden verpflichtet. Gleichzeitig betont Deutschland im Rahmen seiner Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat die zentrale Bedeutung von Frauen in allen Phasen von Friedensbemühungen.

Quelle: www.care.de 


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