venro Berlin. - In Berlin beraten am Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen die Herausforderungen globaler Gesundheitspolitik. Der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) will mit der internationalen Konferenz "Passion for Global Health. From Rights to Strategies" Empfehlungen der Zivilgesellschaft für die "Globale Gesundheitsstrategie" der Bundesregierung bündeln. Die Politik müsse auf das Menschenrecht für Gesundheit ausgerichtet werden.

"Wir sind weit davon entfernt, dass in 2030 jedem Menschen weltweit ein gesundes Leben ermöglicht wird, wie es das Ziel 3 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung vorgibt. Im Gegenteil: wir sind weltweit mit schwachen Gesundheitssystemen, mit neuen Pandemien und den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Mehr als die Hälfte aller Menschen haben keinen Zugang zu wesentlichen Gesundheitsdienstleistungen und knapp 100 Millionen rutschen jedes Jahr in extreme Armut, weil die Kosten für ihre Gesundheitsversorgung zu hoch sind", sagte Maike Röttger, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von VENRO.

Doch auch in Deutschland sei das Menschenrecht auf Gesundheit nicht garantiert, denn zwischen 80.00 und mehreren hunderttausend Menschen seien nicht krankenversichert, was vor allem diejenigen ohne legalen Aufenthaltsstatus betrifft. Darum müsse die Bundesrepublik jetzt mit viel Ehrgeiz und Elan eine Politik verfolgen, damit das nachhaltige Entwicklungsziel in 2030 in, durch und mit Deutschland erreicht werde.

"Die 'Globale Gesundheitsstrategie' der Bundesrepublik muss ambitioniert sein und massiv mit finanziellen Mitteln gestärkt werden. Wir halten es auch für unerlässlich, dass sich zivilgesellschaftliche Expertinnen und Experten mit ihrem Fachwissen und ihren Umsetzungserfahrungen in den gesamten Entscheidungsprozess einbringen können", so VENRO.

Die Bundesrepublik habe mit ihren Initiativen im G20 und mit einem 6-Punkte-Plan nach der Ebola-Krise eine Vorreiterrolle eingenommen, um die globale Gesundheitsversorgung zu verbessern. "Doch wir benötigen eine wegweisende Strategie, die gemäß der Agenda 2030 'niemanden zurücklässt', sowie tiefer- und weitergehende Maßnahmen als bisher, um die Ziele zu erreichen", sagte Röttger. "Wir brauchen mutige Entscheidungen und langfristige Investitionen beispielsweise bei der Ausbildung und Bezahlung von Gesundheitsfachkräften, bei der Forschung für vernachlässigte Krankheiten und für neue Wirkstoffe bei den Antibiotika. Dafür muss sich die Bundesregierung entscheiden."

Die Konferenz "Passion for Global Health. From Rights to Strategies" findet am 10. Oktober 2018 in der Kalkscheune, Johannisstr. 2, 10117 Berlin statt.

Quelle: www.venro.org 


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