transfair Köln. - Mit offenen Briefen haben Bananenproduzenten aus Ecuador, Costa Rica, Guatemala und Kolumbien auf den von Supermärkten ausgelösten Preisdruck im Bananensektor reagiert. TransFair hat sich der Kritik angeschlossen. Der Preisdruck entlang der Lieferkette führe zu schlechter sozialer Absicherung, niedrigen Einkommen und Umweltverschmutzung, warnte die Organisation am Mittwoch in Köln.

"Der Preis, zu dem Supermärkte hierzulande konventionell gehandelte Bananen anbieten, entspricht in keiner Weise den realen Produktionskosten. Existenzsichernde Löhne, Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie Umwelt- und Klimaschäden werden hier nicht hinreichend berücksichtigt", erklärte der TransFair-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath. "Ausschlaggebend für die niedrigen Preise ist insbesondere der enorme Druck, den die Supermärkte auf die gesamte Lieferkette ausüben." Der Faire Handel verbessere die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Anbau durch stabile Preise und zusätzliche Prämien. Jedoch werde nur jede zehnte Banane in Deutschland aktuell mit Fairtrade-Siegel verkauft.

Als Mitglied im Aktionsbündnis für Nachhaltige Bananen (ABNB) hat TransFair eine Stellungnahme auf die offenen Briefe mit unterzeichnet. In ihr heißt es: "Das Preisdumping im Bananensektor in Deutschland und Europa wird von den Mitgliedern des ABNB mit größter Sorge beobachtet. Das ABNB betont die absolute Notwendigkeit, die Einkommen der KleinbäuerInnen und Löhne der ProduzentInnen und PlantagenarbeiterInnen zu verbessern, die sozialen Standards zu erhöhen und in Umweltschutz und Schutz der Biologischen Vielfalt zu investieren."

Eine nachhaltige Produktion erfordere die Deckung anfallender Kosten für Sozial- und Umweltstandards, erklärte TransFair. Das bedeute, dass den Bananenbäuerinnen und -bauern genügend wirtschaftlicher Spielraum für eine nachhaltige Produktion ermöglicht werden müsse.

Supermärkte sollen ihr Sortiment komplett auf faire Bananen umstellen, forderte TransFair im Rahmen der diesjährigen Bananenkampagne "Banana Fairday". Per Online-Voting stimmten VerbraucherInnen ab, wo sie in Zukunft am liebsten nur noch Bananen mit Fairtrade-Siegel sehen wollen: Auf Platz eins landete Edeka, dicht gefolgt von Aldi und Rewe. Dieter Overath betonte: "Die Ankündigung von Lidl, das komplette Bananen-Sortiment auf Fairtrade-Bananen umzustellen, ist ein wichtiger Schritt und sollte ein Signal für den Handel in Deutschland sein! Statt den Preisdruck zu erhöhen ist das die Richtung, die wir im globalen Handel gehen müssen, um die Existenz der Familien im Bananenanbau und damit auch die Zukunft von Bananen in unseren Supermarktregalen zu sichern."

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e.V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich dafür ein, den Handel mit fair gehandelten Produkten und Rohstoffen zu fördern und mehr Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu erreichen.

Quelle: www.fairtrade-deutschland.de 


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