unesco deBonn. - Die Chancengerechtigkeit der Bildungssysteme muss weltweit verbessert werden. Das hat die UNESCO anlässlich des erstmals ausgerichteten Welttags der Bildung am 24. Januar gefordert. 262 Millionen Kinder und Jugendliche haben noch immer keinen Zugang zur Schule. 617 Millionen können nicht lesen und rechnen. Auch in Deutschland gibt es Verbesserungsbedarf: Chancenungleichheiten sowie Gewinnung und Qualifikation von Bildungspersonal sind zwei der zentralen Herausforderungen.

"Die Bildungsbeteiligung in Deutschland steigt. Immer mehr Kinder erhalten immer früher einen Zugang zu Bildung. Auch beobachten wir einen Trend zur Höherqualifizierung. Hier sind wir auf dem richtigen Weg", sagte Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. "Doch bei der Chancengerechtigkeit in der Bildung müssen wir besser werden. Der Bildungsstand des Elternhauses ist noch immer ausschlaggebend für das Erreichen der Hochschulreife. Wir müssen intensiv daran arbeiten, dass die vorhandenen Bildungsmöglichkeiten auch bildungsferneren Familien und Migrantinnen und Migranten vermehrt zugutekommen. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Ziel 4 der Globalen Nachhaltigkeitsagenda der Vereinten Nationen", so Böhmer.

Der UNESCO-Weltbildungsbericht 2019 zeigt, dass Lehrkräfte und das pädagogische Personal ein Schlüssel zu hochwertiger und chancengerechter Bildung sind. In Deutschland gibt es dabei zunehmend Nachholbedarf. Allein durch das rentenbedingte Ausscheiden von Lehrkräften entsteht laut Nationalem Bildungsbericht 2018 bis zum Schuljahr 2030 ein Bedarf von 6.800 zusätzlichen Lehrkräften jährlich. Rechnet man die wachsenden Schülerzahlen ein, steigt der Bedarf bis 2020 um zusätzlich mehr als 1.300 und bis 2025 um jährlich fast 3.800 Lehrkräfte für den Primarbereich.

"Schon heute fehlen uns gut ausgebildete Lehrkräfte und der Mangel nimmt jedes Jahr zu. Wir müssen dringend in die Ausbildung neuer Fachkräfte investieren, die nicht kurzfristig gewonnen werden können. Doch auch die Fort- und Weiterbildung des bestehenden Bildungspersonals müssen wir in den Blick nehmen, denn die wachsende Vielfalt in Klassenzimmern verlangt neue Kompetenzen", so Böhmer. "Vielerorts leisten Lehrerinnen und Lehrer jeden Tag hervorragende Arbeit. Wir müssen sie dabei noch viel stärker unterstützen und Angebote für den Erwerb interkultureller Kompetenzen und den Umgang mit Vielfalt fest in der Lehrerbildung verankern."

Mit der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda hat die Weltgemeinschaft sich verpflichtet, bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherzustellen. Das gilt auch für Deutschland.

Das Bildungsziel der Globalen Nachhaltigkeitsagenda lautet: "Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern". Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels und ist für das Monitoring verantwortlich. Jährlich gibt sie einen Weltbildungsbericht heraus.

Quelle: www.unesco.de 


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