bmz Berlin. - Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) ist nach Mexiko gereist. Ab Montag sind in Mexiko-Stadt unter anderem Gespräche mit Präsident Andrés Manuel López Obrador, Außenminister Marcelo Ebrad und Kardinal Aguiar Retes vorgesehen. Dabei stehen der Klimaschutz und die Flüchtlingssituation im Mittelpunkt.

"In Zeiten, in denen der Nationalismus wieder erstarkt, ist Mexiko unser enger Partner und starker Verbündeter in den Vereinten Nationen und den G20", erklärte Minister Müller. "Besonders beim internationalen Klimaschutz ist Mexiko in den letzten Jahren vorangegangen. Daran möchte ich anknüpfen und unsere Zusammenarbeit bei Erneuerbaren Energien und dem Klimaschutz vertiefen. Unsere beiden Länder verbinden auch hervorragende Wirtschaftsbeziehungen. Mexiko hat sich zu einem wichtigen Industriestandort entwickelt. Vor allem beim Ausbau der dualen Berufsbildung können wir Mexiko unterstützen."

In Mexiko-Stadt besucht der Minister auch das größte internationale Agrarforschungsinstitut – das Institut für die Verbesserung von Mais und Weizen. 70 neue Maissorten und 50 neue Weizensorten, die u.a. bessere Nährwerte aufweisen oder besser an den Klimawandel angepasst sind, wurden in den letzten Jahren hier entwickelt. Das BMZ hat knapp 19 Millionen Euro in den letzten zehn Jahren investiert und so zur weltweiten Nahrungssicherheit beigetragen.

Nach seinen Gesprächen in Mexiko-Stadt reist der Entwicklungsminister weiter in die südliche Region Chiapas, um sich über die sozialen Herausforderungen und Produktionsbedingungen beim Anbau von Bananen und Kaffee zu informieren.

"Unser Ziel ist es, faire globale Lieferketten aufzubauen, die den Bauern ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen", sagte Müller. "Es kann nicht länger sein, dass wir Kinderarbeit und Hungerlöhne hinnehmen, nur damit wir Bananen, Kaffee oder Avocados möglichst billig kaufen können. Nachhaltigkeit muss Standard in den Supermärkten werden."

An der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala wird sich Minister Müller zudem in einem von Deutschland unterstützten Menschrechtszentrum über die aktuelle Situation vor Ort informieren und mit den Menschen über die Beweggründe ihrer Flucht sprechen.

Entwicklungsminister Müller: "In Lateinamerika sind bereits 8 Millionen Menschen auf der Flucht. Jetzt kommen noch einmal 3,4 Millionen aus Venezuela dazu, die vor dem politischen Chaos, Gewalt und Misswirtschaft fliehen. Auch Mexiko ist Transit- und Zielland für Hundertausende Migranten und Flüchtlinge. Viele aufnehmende Gemeinden leisten Großartiges bei der Versorgung dieser Menschen. Wir müssen aber an den Ursachen ansetzen: an der Gewalt, der Straflosigkeit der ausufernden Kriminalität, den großen sozialen Ungerechtigkeiten und zunehmend auch an den Folgen des Klimawandels. Nur so können wir die Lage in Mittelamerika stabilisieren. Deutschland bietet hierzu seine weitere Unterstützung an – insbesondere für Ausbildungsprogramme für junge Menschen."

Für Deutschland ist Mexiko als zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas und bedeutendste Exportnation der Region ein wichtiger Partner. Deutschland ist für Mexiko der weltweit drittgrößte Handelspartner, nach den USA und China. Rund 2.000 deutsche Unternehmen engagieren sich derzeit in Mexiko.

Im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland größter bilateraler Geber vor Frankreich und den USA. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind der Ausbau Erneuerbarer Energien, Umwelt- und Klimaschutz sowie die Stärkung des Rechtsstaates und die Einhaltung der Menschenrechte.

Quelle: www.bmz.de 


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