Berlin. - Das ugandische Gesundheitsministerium hat jetzt den ersten Fall von Ebola bestätigt. Damit ist die Befürchtung von Hilfsorganisationen wahr geworden, dass das Virus die Grenze von der Demokratischen Republik Kongo in Nachbarländer überschreiten wird. Die Kinderhilfsorganisation World Vision und Malteser International haben bereits angekündigt, ihre Hilfsmaßnahmen auszuweiten.

Der jetzt gemeldete Fall eines fünfjährigen Jungen im westlichen Grenzgebiet Ugandas ist der erste außerhalb des Kongos, seitdem die Ebola-Epidemie dort vor knapp einem Jahr ausgebrochen war. Der Junge starb nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO an den Folgen der Krankheit.

In der Demokratischen Republik Kongo selbst nimmt die Epidemie immer schlimmere Ausmaße an. In den ersten 220 Tagen seit dem Ausbruch im August vergangenen Jahres wurden 1.000 Menschen mit dem Virus infiziert, weitere 1.000 in den nur 70 Tagen danach. 1.357 Erkrankte starben an den Folgen der Infektion. Schwerpunkt der Epidemie ist bislang der Osten des Landes in der Gegend um die Städte Beni und Butembo. "Wir tun alles, was wir können, damit das Virus nicht auf die Millionenstadt Goma übergreift", sagte Dr. Agoustou Gomis, Ebola-Projektleiter bei World Vision. "Goma ist nicht nur dicht besiedelt, sondern liegt im Grenzgebiet zu Ruanda, wohin das Virus übergreifen könnte."

Auch im Südsudan, der im Norden an die DR Kongo angrenzt, laufen bereits Vorsichtsmaßnahmen gegen ein Übergreifen des Ebola-Virus. Zusammen mit der Regierung hat World Vision vier Einreisezentren errichtet, in denen Reisende aus dem Kongo auf das Virus getestet werden. Mitarbeiter klären in Dörfern und Städten über die Gefahren des Virus und Vorsichtsmaßnahmen auf.

In der DR Kongo verteilt World Vision Tausende von Hygienesets und weitet die Aufklärungskampagnen noch aus. Über das Programm "Channels of Hope" arbeitet World Vision mit geistlichen Führern unterschiedlicher Religionen zusammen, um gemeinsam Aufklärung über die Krankheit zu leisten. Gerade religiöse Führer genießen im Kongo großes Vertrauen und können die Menschen dazu bewegen, traditionelle Verhaltensweisen, wie etwa die Waschung von Leichen, zu unterlassen. Dieses Vorgehen hatte sich bereits beim Ebola-Ausbruch in Sierra Leone 2014 bewährt.

Auch Malteser International verstärkt seine Hilfsleistungen zur Bekämpfung von Ebola. "Jetzt ist genau das eingetroffen, was wir seit Monaten befürchtet haben: Die Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich aus und ist nun in einem Nachbarland angekommen. 100.000 Euro aus Mitteln des Auswärtigen Amtes werden wir bereitstellen, um mehr Gesundheitspersonal auf den Umgang mit Ebola-Patienten vorzubereiten und weitere Schutzausrüstungen sowie Desinfektionsmittel zu verteilen", sagte Roland Hansen, Leiter der Afrikaabteilung von Malteser International.

Oberstes Ziel müsse es jetzt sein, dass eine weitere Ausbreitung gestoppt wird. "Wir müssen eine vergleichbare Katastrophe wie 2014 in Westafrika mit Tausenden Opfern verhindern", betonte Hansen. Bereits seit Ende 2018 schult Malteser International Gesundheitspersonal in Uganda entlang der Grenze zur DR Kongo im Umgang mit Ebola-Patienten.

"Das große Problem ist, dass die Ebola-Epidemie in der DR Kongo in einem dichtbevölkerten Konfliktgebiet wütet. Immer wieder kommt es dort zu Kämpfen verschiedener Rebellengruppen. Es werden Gesundheitsstationen angegriffen und das Personal muss immer wieder tagelang die Arbeit einstellen. Das sind äußerst schwierige Bedingungen, um diese Epidemie in den Griff zu bekommen. Hinzu kommt, dass die Mittel bei weitem nicht ausreichen, um dieses Problem schnell in den Griff zu bekommen", so Hansen.

Quellen: www.worldvision.de  | www.malteser-international.org 


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