ChinaHamburg (epo). - Der rasante wirtschaftliche und soziale Wandel der chinesischen Gesellschaft führt zu psychischen Problemen bei den Bürgern des bevölkerungsreichsten Landes der Erde. "Depressionen und andere mentale Krankheiten sind stark angestiegen", sagte die Pekinger Psychoanalytikerin Yang Yunping der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT (Ausgabe vom 27. April). "Viele verspüren große Nervosität und Druck".

Der wirtschaftliche Wandel führe zu Ängsten, die vorher unbekannt gewesen seien, sagte Yang Yunping. Man müsse feststellen, dass "die neue Zeit neue Ängste hervorbringt".

Tiefsitzenden Traumata ist nach Angaben der ZEIT auch die deutsche Psychoanalytikerin Antje Haag begegnet, die seit 1988 Freuds Lehre im Reich der Mitte unterrichtet. So spiele etwa die soziale Phobie - die Angst, das Gesicht zu verlieren - in China eine viel größere Rolle als im Westen.

Auch durch sexuelle Konflikte würden viele neurotische Störungen verursacht. Besonders unglücklich seien junge Frauen auf dem Land. Unter den 15 bis 34-Jährigen sei Selbstmord die häufigste Todesursache. Nach Ansicht Haags werden in China künftig vermutlich zwei bis drei Millionen Psychotherapeuten gebraucht.

 DIE ZEIT


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