klimabuendnis 100Frankfurt am Main. - Das Coronavirus stellt auch die indigenen Völker des Amazonasbeckens vor eine enorme Herausforderung. Nach den verheerenden Waldbränden im letzten Jahr erklärte der Dachverband der indigenen Völker des Amazonasbeckens (COICA), die Partnerorganisation des Klima-Bündnisses, jetzt erneut den Notstand.

"Die Situation ist wirklich sehr schwierig. Das Militär versagt bei den Kontrollen der Boote und Transporter. Auch die schleppend anlaufende Belieferung der Gemeinden mit Nahrungsmitteln und medizinischen Materialien geht ohne Schutzvorkehrungen vonstatten", sagte Lizardo Cauper, Präsident der peruanischen Vertretung indigener Völker, AIDESEP.

Gemeinsam mit den indigenen Nationalorganisationen der neun Amazonas-Anrainerstaaten wies COICA in der Amazonas-Erklärung darauf hin, dass indigene Gemeinden besonders anfällig für das Virus seien. Oft fehle der notwendige Zugang zu einer schnellen Gesundheitsversorgung. Es mangele an Gesundheitsstationen und in vielen Fällen seien diese, wenn überhaupt, nur von einer Krankenschwester besetzt. Intensivbetten oder Atemgeräte seien nicht vorhanden. Auch das Immunsystem der indigenen Bevölkerung sei nicht für solche Krankheiten gewappnet.

In ihrer Erklärung macht die COICA auch darauf aufmerksam, dass Unternehmen in vielen Ländern die Vorgaben der Regierungen zur Einstellung ihrer Aktivitäten missachten und nun unkontrolliert in die Gebiete eindringen. Illegale Abholzung, Bergbau oder Erdölförderung können ungehindert voranschreiten. Die darin verwickelten Personen sind eine zusätzliche Gefahr, denn sie können das Corona-Virus direkt übertragen.

Das Klima-Bündnis steht seit den Anfängen des Vereins vor 30 Jahren an der Seite der indigenen Völker im Amazonasbecken. Gemeinsam mit dem Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie (INFOE) unterstützt das Klima-Bündnis auch in dieser Krise seine indigenen Partner und ruft zu Spenden auf.

Quelle: www.klimabuendnis.org 


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