careBonn. - Die internationale Hilfsorganisation CARE hat vor einer Eskalation der Hungerkrise im Libanon gewarnt. Nach Angaben des libanesischen Ministeriums für soziale Angelegenheiten sowie der Weltbank haben aktuell mehr als die Hälfte der libanesischen Bevölkerung keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Zugang zu Lebensmitteln.

Covid-19-Lockdownmaßnahmen, eine Inflation auf Rekordniveau sowie eine anhaltende Gesundheitskrise haben laut CARE dazu geführt, dass die meisten Grundnahrungsmittel für die durchschnittliche libanesische Familie unerschwinglich geworden sind. So haben sich die Preise für Milch, Reis und Zucker verdreifacht. Innerhalb von zehn Monaten ist der Wert des libanesischen Pfunds um mehr als 80 Prozent gesunken.

"Was heute im Libanon passiert, ist eine echte humanitäre Krise", erklärte Bujar Hoxha, CARE-Länderdirektor im Libanon. "Die Preise für Lebensmittel sind so hoch, dass Menschen in Mülleimern nach Nahrungsmitteln suchen. In den sozialen Medien haben sich Gruppen gebildet, in denen Menschen Kleidung gegen Windeln für ihre Babys tauschen. Andere tauschen ihre Möbel sowie das Spielzeug ihrer Kinder gegen ein wenig Geld, um davon Essen zu kaufen. Hundertaussende Menschen drohen durch das soziale Raster zu fallen. Die internationale Gemeinschaft muss zusammen mit der libanesischen Regierung jetzt dringend reagieren, um in diesen außerordentlichen Zeiten die notleidende Bevölkerung zu unterstützen."

CARE hilft bei der Verteilung von Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln sowie bei Wasserzugangsprogrammen für syrische Geflüchtete und die am stärksten gefährdeten libanesischen Bevölkerungsgruppen. Langfristig plant CARE, betroffene Familien durch einkommensschaffende Programme weiter zu unterstützen.

Quelle: www.care.de 


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