Berlin. - Auch 75 Jahre nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki leiden viele Opfer noch an den Folgen. 65.000 Menschen verdampften und verbrannten am 6. und 9. August 1945 auf der Stelle. Bis zum Ende des Jahres 1945 starben mehr als 200.000 Menschen. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW hat die Bundesregierung aufgefordert, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen anzuerkennen und endlich den UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen zu unterzeichnen.

Mit der Ratifizierung des Vertrages durch Fidschi (7. Juli) und Botswana (15. Juli) sind dem Abkommen bereits 40 Länder beigetreten. 82 Staaten haben den Vertrag unterzeichnet und bereiten ihren Beitritt vor. Mit 50 Beitritten tritt das Abkommen in Kraft, womit voraussichtlich noch in diesem Jahr zu rechnen ist.

Die Überlebenden der Atombombenangriffe in Japan – die Hibakusha – leiden bis heute an den Spätfolgen. In den ersten Jahren waren vor allem Leukämien und deren Vorläufererkrankungen (MDS – myelodysplastische Syndrome) auffällig häufig. Während diese Häufung im Laufe der Jahre zunächst zurückging, steigt das Risiko im höheren Alter wieder an, wie jüngere Forschung zeigt. Die Strahlenschäden sind damit bis ins hohe Lebensalter nachweisbar. Auch das Risiko für andere Krebserkrankungen (Darm, Lunge, Brust, Haut, Magen, Schilddrüse) ist bei den Überlebenden bis vor wenigen Jahren stetig gestiegen und bei heute über 80-Jährigen immer noch signifikant erhöht. Seit kurzem steigt zudem die Zahl der Herzinfarkte bei Hibakusha, die starker Strahlung ausgesetzt waren.

Lange unterschätzt wurden zudem die psychischen Folgen für die Betroffenen wie Depressionen und posttraumatische Belastungsstörungen. Besonders im August häuften sich psychische Krisen. Hinzu traten soziale Stigmatisierung und Sorge vor Erkrankungen der Nachkommen.

"Auch heute sind unsere Städte Ziele von Atomwaffen, die eine vielfache Zerstörungskraft derer von Hiroshima haben. Doch die Erinnerung mahnt uns: Nur die Entschlossenheit zur völkerrechtlich geforderten Abschaffung der Atomwaffen gibt uns die Garantie, dass solche menschengemachte Zerstörung nie wieder geschieht", erklärte IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Lars Pohlmeier.

Der Atomwaffenverbotsvertrag, der von 122 Staaten beschlossen wurde und am 7. Juli diesen Jahres seinen dritten Geburtstag feierte, erkennt das Leid der Opfer von Atomwaffeneinsätzen und -tests an. Er verpflichtet die Vertragsstaaten, allen Opfern von Atomwaffentests und -einsätzen angemessene Hilfe zu leisten.

Quelle: www.ippnw.de 


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