Hamburg. - Kameruns Präsident Paul Biya hat Pläne der Regierung suspendiert, große Teile des Ebo-Waldes für den Holzeinschlag freizugeben. In dem insgesamt rund 133.000 Hektar großen Waldgebiet im Kongobecken leben seltene Gorillas und Schimpansen. Dauerhaft gerettet sei Wald damit jedoch nicht, erklärte die Umweltschutzorganisation "Rettet den Regenwald" in Hamburg.

Als im Februar 2020 Pläne der Regierung bekannt wurden, 133.392 Hektar für den Holzeinschlag freizugeben, waren die Bevölkerung, Wissenschaftler und Umweltschützer alarmiert. Die Freigabe würde die Lebensgrundlage der Menschen zerstören, einzigartige Artenvielfalt gefährden und den Lebensraum von Primaten vernichten, fürchteten sie. Jetzt hat Präsident Paul Biya die Pläne der Regierung suspendiert, indem er Dekret 2020/3216/PM widerrief. Davon waren zwei Flächen von 68.385 und 65.007 Hektar Größe betroffen.

"Wir begrüßen die Suspendierung der aktuellen Pläne zum Holzeinschlag im Ebo-Wald. Wir sind jedoch besorgt, dass seine Zukunft unklar bleibt. Die Entscheidung muss der erste Schritt zur Anerkennung der Rechte der Banen und zum Schutz des Waldes sein", schrieben Chief Victor Yetina aus dem Ort Ndikbassogog (Vertreter der Association Munen Retour aux Sources) und Dr. Ekwoge Abwe (Leiter des Ebo Forest Research Project des Zoos von San Diego).

Rettet den Regenwald setzt sich mit Greenpeace Africa und anderen Organisationen für den Erhalt des Ebo-Waldes ein. Eine Petition dazu wurde bislang von 118.542 Menschen unterschrieben. "Die Entscheidung von Präsident Paul Biya korrigiert einen verheerenden Fehler. Jetzt kommt es darauf an, den Ebo-Wald dauerhaft zu schützen", sagte Mathias Rittgerott von Rettet den Regenwald. "Denn noch sind die Pläne lediglich suspendiert und können jederzeit wiederbelebt werden. Die Rechte und die Beteiligung der einheimischen Bevölkerung spielen dabei eine zentrale Rolle." Rettet den Regenwald will die weitere Entwicklung kritisch beobachten und die Kampagne zum Schutz des Waldes und der Rechte der indigenen Bevölkerung fortsetzen.

"Die Suspendierung der Logging-Pläne im Ebo-Wald ist eine bedeutende Gelegenheit für soziale und ökologische Gerechtigkeit. Greenpeace Africa bleibt bei seiner Unterstützung der Rechte der Communities und des Schutzes der Wälder in Kamerun und im Kongo-Becken weiterhin wachsam", sagte Ranece Jovial Ndjeudja, Campaign-Manager von Greenpeace Africa in Kamerun.

Der Ebo Forest ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Die Gorillas bilden womöglich eine eigene Subspezies. Die rund 700 Nigeria-Kamerun-Schimpansen sind die einzigen weltweit, die sowohl mit Steinen und Hämmern aus Holz Nüsse knacken als auch mit Stöcken Termiten fangen. Seit Jahrhunderten lebten die Einwohner von mehr als 40 Dörfern, die zum Volk der Banen gehören, im und um den Ebo-Wald, ohne ihn zu gefährden.

Im Statement von Chief Victor Yetina und Dr Ekwoge Abwe, das von Rettet den Regenwald und Greenpeace Africa unterstützt wird, heißt es weiter: "Wir rufen die Regierung von Kamerun dazu auf, internationale Verpflichtungen einzuhalten und die partizipatorische Kartierung und Landnutzungsplanung mit der lokalen Bevölkerung voranzubringen. Eine Reform der Landrechte muss die vollständige Anerkennung der Rechte der Communities zum Kern haben. Wir rufen internationale Geldgeber und Nichtregierungsorganisationen dazu auf, diese Prozesse mit technischer Expertise und Ressourcen, sowohl im Ebo-Wald als auch im gesamten Kongo-Becken, zu unterstützen."

Quelle: www.regenwald.org 


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