unesco deParis. - Weltweit gerät die freie Berichterstattung weiter unter Druck. Davor warnt die UNESCO in der Kurzfassung des Weltberichts zur Meinungsfreiheit und Medienentwicklung, der jetzt während der Generalkonferenz der Organisation in Paris vorgestellt wurde. Die mit der Covid-19-Pandemie einhergehenden wirtschaftlichen Rezessionen hätten auch Geschäftsmodelle der Medien erfasst, mit gravierenden Folgen für die Freiheit und Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten.

Zwar hätten immer mehr Menschen Zugang zu Informationen, doch seien die zunehmende Verbreitung von Desinformation und Hassrede sowie das sinkende Vertrauen in die Medien besorgniserregend. Zudem stellt die UN-Organisation fest, dass Journalistinnen und Journalisten in immer mehr Ländern Opfer von verbalen Attacken und körperlicher Gewalt werden. Der Weltbericht erfasst und bewertet die Lage der Medienlandschaft aus globaler Perspektive, um diesen Gefährdungen entgegenwirken zu können.

"Wir müssen erleben, dass der freie Journalismus zunehmend bedroht ist", erklärte die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, Maria Böhmer. "Der jetzt vorgestellte Bericht muss uns ein Warnsignal für die weltweite Situation der Presse- und Informationsfreiheit sein. Mich bestürzt zutiefst, dass Journalistinnen und Journalisten in ihrer täglichen Arbeit vermehrt Bedrängung und Gewalt ausgesetzt sind. Auch in Deutschland sehen wir in der letzten Zeit gehäuft gezielte Angriffe auf Pressevertreter, insbesondere bei Demonstrationen. Freie Gesellschaften brauchen Meinungsfreiheit und Kontroverse, keine Desinformationen und Polarisierung. Wer für unabhängige, vielstimmige und frei zugängliche Informationen einsteht, muss auf unseren Schutz und uneingeschränkten Zuspruch vertrauen können. Das gilt in herausfordernden Zeiten ganz besonders, in denen journalistische Einordnungen für die Meinungsbildung jedes und jeder Einzelnen so elementar wichtig sind."

Laut dem UNESCO-Bericht haben 85 Prozent der Weltbevölkerung in den letzten fünf Jahren Einschränkungen der Pressefreiheit in ihrem Land wahrgenommen. Der Bericht beklagt zudem ein hohes Maß an Repressionen. So würden immer mehr Medienschaffende bedroht, willkürlich festgenommen oder inhaftiert.

Auf der ganzen Welt seien Journalistinnen und Journalisten zunehmender Gewalt ausgesetzt. Zwischen 2016 und 2020 zählte die UNESCO 400 Morde an Medienschaffenden. Nur 13 Prozent dieser Verbrechen wurden bislang aufgeklärt.

Der Volltext des Weltberichts wird zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht.

Quelle: www.unesco.de


Back to Top
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok