oxfamBerlin. - Bis zu 28 Millionen Menschen in ganz Ostafrika sind von schwerem Hunger bedroht, wenn die Regenfälle im März ausbleiben. Darauf hat die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam hingewiesen. Da die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Ukraine konzentriert sei, bestehe die Gefahr, dass sie nicht angemessen auf die eskalierende Hungerkrise in Ostafrika reagiert.

Bereits jetzt haben in den Ländern Ostafrikas 21 Millionen Menschen mit schwerem Hunger zu kämpfen, so Oxfam – inmitten von Konflikten, Überschwemmungen und der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren. Um sie zu unterstützen, sei es notwendig, massiv internationale humanitäre Hilfe zu mobilisieren.

Trotz des alarmierenden Bedarfs ist die humanitäre Hilfe völlig unterfinanziert. Nur drei Prozent der insgesamt sechs Milliarden US-Dollar, die die Vereinten Nationen 2022 für die humanitäre Hilfe in Äthiopien, Somalia und dem Südsudan aufbringen müssen, sind Oxfam zufolge bisher finanziert worden. Der Hilfsbedarf Kenias sei bisher nur zu elf Prozent gedeckt.

"Ostafrika steht vor einer zutiefst alarmierenden Hungerkrise", sagte Gabriela Bucher, Vorstandsvorsitzende von Oxfam International. "Gebiete in Äthiopien, Kenia, Somalia, Südsudan und darüber hinaus erleben eine Katastrophe. Selbst wenn die Regenfälle noch in diesem Monat einsetzen, wird sich die Situation nicht komplett entspannen. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt dringend handeln."

Die Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf das globale Nahrungsmittelsystem würden rund um den Globus zu spüren sein, aber gerade die ärmsten und schwächsten Menschen würden am stärksten und schnellsten betroffen sein, sagte Bucher. "Die steigenden Lebensmittelpreise sind ein harter Schlag für Millionen von Menschen, die bereits unter mehreren Krisen leiden, wenn die internationale Hilfe nicht deutlich und vor allem schnell erhöht wird."

Der mit der Krise zusammenhängende Anstieg der weltweiten Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise untergräbt laut Oxfam bereits jetzt die Möglichkeiten der hoch verschuldeten afrikanischen Regierungen, den Hunger ihrer Bevölkerungen zu bekämpfen. Die Länder Ostafrikas importierten bis zu 90 Prozent ihres Weizens aus der Ukraine und Russland. Da sich die Störungen auf den weltweiten Handel mit Getreide, Öl, Transportmitteln und Düngemitteln auswirkten, schnellten die Lebensmittelpreise in die Höhe. In der vergangenen Woche erreichten sie ein Allzeithoch. In Somalia waren die Preise für Grundnahrungsmittel mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr.

"Ostafrika kann nicht warten. Die durch Klimaveränderungen und COVID-19 verursachte Hungerkrise verschärft sich von Tag zu Tag", betonte Gabriela Bucher. "Oxfam appelliert an alle Geber, die Finanzierungslücke des humanitären Appells der Vereinten Nationen dringend zu schließen. Wir rufen die Regierungen insbesondere der Getreide exportierenden Länder auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um geeignete Alternativen zu den Lieferungen der Ukraine in einkommensschwache, von Nahrungsmittelimporten abhängige Länder zu finden."

Quelle: www.oxfam.de


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