savethechildrenLondon/Berlin. - Eine Datenauswertung von Save the Children ergab, dass immer mehr Kinder ab ihrer Geburt an Hunger leiden: Die Zahl der Neugeborenen, die von Nahrungsmangel betroffen sind, ist binnen zehn Jahren um mehr als ein Fünftel gestiegen. Im Jahr 2023 kamen und kommen insgesamt 17,6 Millionen Kinder in einem Kontext von Hunger zur Welt. Die Kinderrechtsorganisation fordert entschiedene Maßnahmen im Kampf gegen Hunger und seine vielfältigen Ursachen.

Zwischen 2001 und 2013 war die Zahl der Kinder, die von Geburt an mit Hunger konfrontiert waren, dank eines entschlossenen Handelns der internationalen Gemeinschaft um ein Fünftel von 21,5 Millionen auf 14,4 Millionen gesunken. Danach blieb die Zahl relativ stabil, stieg aber 2019 sprunghaft an und liegt inzwischen 22 Prozent höher als vor zehn Jahren. Damit ist das Erreichen des UN-Nachhaltigkeitsziels, die Welt bis 2030 von Hunger zu befreien, in sehr weite Ferne gerückt, beklagt Save the Children.

"Mehr als 17 Millionen Kinder werden dieses Jahr in eine Situation hineingeboren, in der sie oder ihre stillenden Mütter nicht genug zu essen haben. Das sind durchschnittlich 33 Kinder pro Minute – so viele wie in einer großen Schulklasse“, sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. "Die Zukunft dieser Kinder ist schon gefährdet, bevor sie ihren ersten Atemzug getan haben. Der Hunger raubt diesen Mädchen und Jungen die Kindheit, er zerstört ihre Träume, er hindert sie daran zu spielen, zur Schule zu gehen und gesund aufzuwachsen. Aber Hunger ist keine Naturkatastrophe, er ist menschengemacht. Wir haben es in der Hand, die Zahl der unterernährten Kinder deutlich zu senken, so wie wir es in der Vergangenheit getan haben."

Die Ursachen für den Anstieg des Hungers seien vielfältig, wie etwa wirtschaftliche Instabilität, Konflikte und Klimaschocks. Auf Afrika und Asien entfallen 95 Prozent aller weltweiten Geburten im Kontext von Hunger. In der Demokratischen Republik Kongo, dem am stärksten betroffenen Land in Afrika, ist mindestens ein Viertel der Bevölkerung mit chronischem Hunger konfrontiert, dort werden in diesem Jahr insgesamt 1,5 Millionen Babys in den Hunger hineingeboren. Afghanistan führt die Liste der asiatischen Staaten an, hier werden es 2023 insgesamt 440.000 Kinder sein.

"Ich habe vor Kurzem in Afghanistan gesehen, wie sehr Mangelernährung die Gesundheit der Kinder belastet", sagt Florian Westphal. "Aber Kinder können wieder zu Kräften kommen, wenn sie Nahrung erhalten. Es gibt also Hoffnung. Deshalb ist es so wichtig, dass im Kampf gegen Mangelernährung keine Gelder gekürzt werden."

In den ausgewerteten Daten seien die Auswirkungen der aktuellen Krise in den palästinensischen Gebieten auf Ernährung und Geburten noch nicht berücksichtigt. Im Gazastreifen herrscht eine dramatische Unterversorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser. Vor dem Hintergrund, dass dort täglich im Durchschnitt 180 Babys geboren werden, sind tausende schwangere Frauen und Neugeborene allein in den kommenden Wochen einem erhöhten Risiko von Komplikationen ausgesetzt.

Quelle: www.savethechildren.de


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