BMZBerlin (epo.de). - Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat eine Million Euro humanitäre Soforthilfe für die Menschen im Libanon zur Verfügung gestellt. Die Mittel würden dem Welternährungsprogramm (WFP) zur Verwendung gegeben, das neben der Lieferung von Nahrungsmitteln auch eine wichtige koordinierende Rolle bei Logistik und Kommunikation im Krisengebiet spiele, erklärte Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Freitag in Berlin.

"Mittlerweile sind mehr als eine halbe Million unschuldiger Menschen im Libanon auf der Flucht vor Bomben und Gewalt", sagte Wieczorek-Zeul. "Ihre humanitäre Lage ist häufig katastrophal, gerade Kranke und alte Menschen bekommen in dieser Situation nicht die dringend notwendige Versorgung. Die Staatengemeinschaft kann hier nicht tatenlos bleiben. Neben der Notwendig eines Waffenstilltandes muss den betroffenen Menschen jetzt schnell geholfen werden."

Nach Angaben der Vereinten Nationen wird es für die Flüchtlinge im Libanon immer schwieriger, Nahrungsmittel und andere lebenswichtige Güter zu beschaffen. Zerstörte Straßen und Brücken haben die Lieferwege unterbrochen. Viele Menschen sind derzeit in öffentlichen Gebäuden untergebracht und auf Hilfe angewiesen.

Die Soforthilfe des BMZ werde bereits jetzt im Hinblick auf den für Anfang nächster Woche zu erwartenden Hilfeaufruf der Vereinten Nationen bereit gestellt, so das BMZ.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes konnten bis Freitag vormittag mehr als 4.200 deutsche Bürger mit Hilfe der Bundesregierung den Libanon verlassen. Priorität habe für das Auswärtige Amt nun die schwierige Lage der Deutschen, die sich derzeit im Süd-Libanon aufhalten. Bisher hätten mehr als 400 Deutsche aus der südlichen Hafenstadt Sidon mit Hilfe der Deutschen Botschaft in Beirut und einer libanesischen Stiftung nach Beirut gebracht werden können. Sie hätten den Libanon bereits am Mittwoch verlassen.

"Während ausländische Staatsbürger das Land verlassen, bleibt eine libanesische Zivilbevölkerung voller Angst hilflos zurück", sagte die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ranate Künast. "Die dramatischen Folgen der militärischen Einsätze sind mit dem erklärten Ziel, die Befreiung der Geiseln und die Beseitigung der Hisbollah, nicht zu rechtfertigen. Während der Libanon zusehends destabilisiert wird, predigt der Führer der Hisbollah Hassan Nasrallah Durchhalteparolen. Tatsächlich wird die Unterstützung für die Hisbollah durch die Bilder der Zerstörung ganzer Stadtteile von Beirut immer größer."

 http://www.bmz.de
 http://www.beirut.diplo.de
 http://www.auswaertiges-amt.de
 http://www.gruene-bundestag.de


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