Klimagipfel Nairobi 2006Nairobi/Berlin (epo.de). - In Nairobi (Kenia) treffen sich vom 6. bis 17. November bis zu 6.000 Delegierte und Beobachter zum Klimagipfel der Vereinten Nationen. Zentrale Themen auf der Tagesordnung sind die Einbeziehung der Entwicklungsländer in den Klimaschutz, Technologietransfers zur Unterstützung ärmerer Länder und die Zukunft des internationalen Klimaschutzes nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls. Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel forderte im Vorfeld des Gipfels eine drastische Verringerung des Ausstoßes von Treibhausgasen.

Der Konferenzort Nairobi sei bewußt gewählt worden, um die Aufmerksamkeit der Welt auf die dramatischen Folgen des Klimawandels in Afrika zu richten, erklärte das Sekretariat der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), das das Treffen organisiert. Die Entwicklungsländern müssten die notwendigen institutionellen Kapazitäten und Hilfsgelder erhalten, um am weltweiten Klimaschutz teilhaben zu können.

In Nairobi findet im Rahmen des Klimagipfels die 12. Konferenz der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention (COP 12) statt. Des weiteren tagen die Vertragsstaaten des Kyoto-Protokolls (COP/MOP 2) und mehrere Ausschüsse, die sich mit der wissenschaftlichen Forschung, der technischen Beratung und der praktischen Umsetzung der Klimakonvention befassen. 

Der deutsche Umweltminister Sigmar Gabriel sagte zum Konferenzauftakt, bis zum Jahr 2050 müsse der weltweite Ausstoß von klimaschädigenden Treibhausgasen gegenüber 1990 mindestens halbiert werden. "Für uns Industrieländer bedeutet das eine Reduktion um 60 bis 80 Prozent. Das muss von der Staatengemeinschaft im Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verbindlich festgeschrieben werden."

Das Kyoto-Protokoll läuft im Jahr 2012 aus. Auf dem letzten Klimagipfel im Dezember 2005 in Montreal hatten die mehr als 150 Teilnehmerstaaten sich auf eine zweite Phase der Anwendung des Kyoto Protokolls über das Jahr 2012 hinaus geeinigt und neue Verhandlungen über künftige Klimaschutzziele beschlossen.

Die wichtigste Aufgabe des Klimagipfels in Nairobi bestehe darin, den Entwicklungsländern bei der Anpassung an den in vielen Regionen bereits wirksamen und größtenteils von den Industriestaaten verursachten Klimawandel zu helfen, sagte Gabriel. Nur so seien die Entwicklungsländer bereit, über eine eigene Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen zu verhandeln.

"Wir gehen davon aus, dass wir in Deutschland das Ziel 21 Prozent Verringerung bis 2012 erreichen", sagte Umweltminister Gabriel. "Bis 2020, in der nächsten Periode, wollen wir in der EU die Treibhausgas-Emissionen um 30 Prozent reduzieren. Da dies jedoch immer Durchschnittszahlen sind und es Länder gibt, die ihre wirtschaftliche Entwicklung erst beginnen, wie in Osteuropa, wird Deutschland 40 Prozent schaffen müssen."

Bis 2050 müssten die Treibhausgase weltweit um 60 bis 80 Prozent verringert werden, betonte Gabriel. Dies könne nur durch den Einsatz neuer Technologien und mit einer größeren Energieeffizienz gelingen.

Sekretariat der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC)
Website Kenias zum Klimagipfel


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