UNFCCCNairobi/Berlin (epo.de). - Die globale Erwärmung gefährdet die Entwicklungsziele für Milliarden der ärmsten Menschen der Welt. Darauf hat der Präsident des Klimagipfels der Vereinten Nationen in Nairobi, Kenias Umweltminister Kivutha Kibwana, hingewiesen. "Der Klimawandel stellt zunehmend eine der größten Bedrohungen dar, der sich die Menschheit möglicherweise jemals stellen muss", sagte Kibwana am Montag zum Auftakt der Konferenz.

"Wir stehen der konkreten Gefahr gegenüber, dass sich bereits erreichte Erfolge in der Armutsbekämpfung in den kommenden Jahrzehnten umkehren könnten, ganz besonders was die ärmsten Menschen auf dem afrikanischen Kontinent betrifft", betonte Kibwana. Die knappen Ressourcen für grundlegende Projekte zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung müssten möglicherweise bei Notfällen wie Krisen in der medizinischen Versorgung, Wassermangel oder Nahrungsmittelknappheit eingesetzt werden.

Kibwana rief die UN-Mitgliedsstaaten in Nairobi zur Zusammenarbeit auf, um sicherzustellen, dass konkrete Anpassungsmaßnahmen zum Klimawandel umgesetzt werden. "Die früheren und aktuellen Treibhausgasemissionen haben bereits zu einem Temperaturanstieg geführt, und machen schon jetzt  Anpassungsmaßnahmen notwendig," sagte er.

Der zweiwöchige Klimagipfel ist die zwölfte Konferenz der 189 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). Im Rahmen des Gipfels mit rund 5.000 Teilnehmern wird auch das zweite Treffen der 166 Mitgliedsstaaten des Kyoto-Protokolls ausgerichtet. Zum ersten Mal findet der UN-Klimagipfel in Schwarzafrika statt.

Der Exekutivsekretär des Klimasekretariats (UNFCCC), Yvo de Boer, rief dazu auf, sich im Rahmen des Fünf-Jahres-Arbeitsplans zu Auswirkungen, Verwundbarkeit und Anpassung des Klimawandels auf gezielte Maßnahmen zu einigen. "Wir erwarten von den Ländern, dass sie in Nairobi Entscheidungen treffen, die die Anpassungsmaßnahmen vor Ort verstärken," sagte de Boer.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis, das man von der Konferenz erwartet, ist eine Einigung in der Frage, wie der UNFCCC-Anpassungsfonds verwaltet werden soll. Dieser Fonds wird durch einen Teil der Einnahmen des Clean Development Mechanismus (CDM) des Kyoto-Protokolls finanziert.

Der CDM ermöglicht es Industriestaaten, die Mitglieder des Kyoto-Protokolls sind, in nachhaltige Entwicklungsprojekte in Entwicklungsländern zu investieren, und auf diesem Weg Emissionsgutschriften zu erwerben. "In Nairobi haben die Minister Gelegenheit, sich auf grundlegende Steuerungs- und Verwaltungsstrukturen des Anpassungsfonds zu einigen", sagte Yvo de Boer.

Der Präsident der Konferenz, Kivutha Kibwana rief die Teilnehmer auf, sich mit den Hindernissen zu beschäftigen, denen die am schwächsten entwickelten Länder, besonders in Afrika, gegenüberstehen, wenn es um eine erfolgreiche Teilnahme am CDM geht.

Nachdem die Debatte über zukünftige Maßnahmen zur Abschwächung des Klimawandels im Mai 2006 in Bonn erfolgreich begonnen hatte, wird diese nun in Nairobi fortgesetzt. In dieser Debatte geht es einerseits um Verhandlungen über die Verpflichtungen der Länder im Rahmen des Kyoto-Protokolls nach 2012, andererseits um Gespräche aller 189 Mitgliedsstaaten über die Zukunft des Klimawandel-Prozesses. Dabei steht im Mittelpunkt, wie man Entwicklung auf nachhaltige Weise voranbringen und das Potential der marktgestützten Mechanismen vollständig nutzen kann.

Kivutha Kibwana rief dazu auf, bei der Zuteilung der Reduktionsziele die Verantwortung jedes einzelnen Landes zu berücksichtigen. "Wir brauchen in der Zukunft ein gerechtes und wirksames Klimawandelsystem, das uns zum einen in die Lage versetzt, die Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre zu stabilisieren und gleichzeitig eine wirtschaftliche Entwicklung auf nachhaltige Weise ermöglicht," sagte er.

UNFCCC
Website Kenias zum Klimagipfel


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