KfWFrankfurt (epo.de). - Im Jahr 2007 haben die KfW Entwicklungsbank und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) rund 4,2 Milliarden Euro zur Förderung der Entwicklungs- und Transformationsländer zugesagt. Das Ergebnis liege damit weit über den Erwartungen. Das Zusageniveau sei das höchste seit Aufnahme der Geschäftstätigkeit, teilten KfW und DEG am Donnerstag in Frankfurt mit.


Rund 25% mehr Mittel als im Jahr zuvor (2006: 3,4 Mrd. EUR) kamen entwicklungspolitischen Vorhaben in Subsahara-Afrika, Nordafrika, im Nahen Osten, in Asien und Lateinamerika sowie in Ost- und Südosteuropa zugute. Der deutliche Anstieg der Zusagen der KfW Entwicklungsbank geht vor allem auf den verstärkten Einsatz von KfW-Mitteln zurück. Über die Hälfte der Gelder (57%, Vorjahr: 41%) für entwicklungspolitische Vorhaben kamen aus Eigenmitteln der KfW.
 
Auch die DEG konnte ihr Neugeschäft deutlich um rund 30% auf 1,2 Mrd. EUR steigern und damit erstmals bei den Neuzusagen die Schwelle von einer Mrd. EUR überschreiten. Die Ergebnisse wurden von KfW-Vorstandsmitglied Norbert Kloppenburg und DEG-Sprecher Winfried Polte anlässlich der Präsentation des Jahresberichts 2007 über die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern in Frankfurt vorgestellt.

Der Titel des Jahresberichts 2007 lautet: "Gemeinsam handeln - für unser Klima." Der Bericht zeigt anhand zahlreicher Beispiele die Versuche der KfW Bankengruppe auf, mit ihren Finanzierungen weltweit struktur- und breitenwirksame Beiträge zum Klimaschutz und zur Anpassung von Entwicklungsländern an die Folgen des Klimawandels zu leisten.

Entwicklungsländer sind am stärksten vom Klimawandel betroffen, obwohl sie, bis auf einige Ausnahmen in Asien, nur in geringem Maße dazu beitragen. KfW Entwicklungsbank und DEG sind seit über zwei Jahrzehnten im Umwelt- und Klimaschutz engagiert. Auch 2007 unterstützten sie die Partner in den Entwicklungsländern dabei, sich dieser Herausforderung zu stellen, z.B. durch die Umsetzung umweltfreundlicher Energiekonzepte, von Maßnahmen zum Schutz ihrer Ressourcen und dem Einsatz innovativer Umwelttechnologien.

Die KfW Entwicklungsbank ist weltweit einer der größten Finanziers von Energieeffizienzmaßnahmen und erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern. Von den 2007 durch die KfW Entwicklungsbank angeschobenen Projekte wurden nach eigenen Angaben 1,1 Mrd. EUR, rund 36% der Zusagen, für Vorhaben eingesetzt, die eine direkte Ausrichtung auf den Umwelt- und Klimaschutz haben. Im Rahmen des Sonderprogramms "4E" (Erneuerbare Energien und Energieeffizienz) haben die KfW Entwicklungsbank und die Bundesregierung Projekte in Höhe von 510 Mio. EUR zugesagt. Das Volumen des Programms wurde von ursprünglich 500 Mio. EUR auf 1,3 Mrd. EUR erhöht.

Das Zusagevolumen von 4,2 Mrd. EUR in 2007 teilt sich auf in 3 Mrd. EUR Zusagen der KfW Entwicklungsbank und 1,2 Mrd. EUR der DEG. "Mit 1,7 Mrd. EUR kamen 2007 erstmals über die Hälfte der Gelder (57%) für entwicklungspolitische Vorhaben aus Eigenmitteln der KfW Entwicklungsbank. So bringt die KfW Entwicklungsbank ihre finanziellen Möglichkeiten als Bank in ihren entwicklungspolitischen Förderauftrag ein", sagte Kloppenburg.

Außerdem ermögliche es der steigende Einsatz von KfW-eigenen Mitteln dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), knappe Haushaltsmittel verstärkt in besonders armen Ländern zu konzentrieren. So verzeichne Subsahara-Afrika bei den Zusagen aus Bundesmitteln einen deutlichen Zuwachs von 25% auf 385 Mio. EUR (Vorjahr: 309 Mio. EUR). Damit liegt Afrika mit 32% bei den Haushaltsmitteln nun knapp hinter Asien/Ozeanien (36%). Die Region Nord-Afrika und Naher Osten erhielt 12% der Zusagen, auf Lateinamerika und die Region Europa und Kaukasus entfielen jeweils 10% der Haushaltsmittel.

Maßnahmen zur sozialen Infrastruktur mit den Schwerpunkten Abwasser- und Abfallentsorgung wurden von der KfW mit 431 Mio. EUR gefördert. Viele dieser Vorhaben - insbesondere in wasserarmen Regionen - seien für die Anpassung an den Klimawandel relevant. Darüber hinaus wurden Finanzierungen in Höhe von 775 Mio. EUR im Finanzsektor zur nachhaltigen Förderung von kleineren und mittleren Unternehmen und zur Stärkung der lokalen Finanzmärkte eingesetzt.

Winfried Polte, Sprecher der DEG-Geschäftsführung, betonte: "Klimaschutz ist für die DEG schon seit Mitte der 90er Jahre ein wichtiges Thema. Wir fördern erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe, die Verbesserung der Energieeffizienz und die Gewinnung von Klimaschutzzertifikaten. Zum Jahresende 2007 befanden sich 35 Klimaschutzprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt rund 190 Mio. EUR in unserem Portfolio. Der Klimaschutz liegt uns auch deshalb besonders am Herzen, weil unser entwicklungspolitischer Auftrag für uns an herausragender Stelle steht."

Zusammen mit den im Jahr 2007 finanzierten Unternehmen hat die DEG nach eigenen Angaben rund 160.000 Arbeitsplätze gefördert. 28.000 davon wurden neu geschaffen. Darüber hinaus würden die mitfinanzierten Unternehmen zu erwarteten Staatseinnahmen in Höhe von über 600 Mio. EUR pro Jahr beitragen und jährliche Nettodevisen in Höhe von rund 1,7 Mrd. EUR erwirtschaften.

Regionaler Schwerpunkt des DEG-Neugeschäfts war erneut Asien mit Zusagen in Höhe von 548 Mio. EUR (2006: 388 Mio. EUR). Ost- und Südosteuropa liegt mit 244 Mio. EUR (2006: 175 Mio. EUR) auf Platz zwei. Traditionell besonders wichtig ist für die DEG die Förderung des Privatsektors in Afrika. 2007 hat sie dort 187 Mio. EUR (2006:143 Mio. EUR) investiert und damit das höchste Ergebnis in der Geschichte der DEG erzielt. Branchenbezogen baute die DEG vor allem ihr Engagement im Finanzsektor weiter aus. Die Zusagen entsprachen mit fast 600 Mio. EUR (2006: 315 Mio. EUR) diesmal sogar einem Anteil von knapp 50 Prozent der Neuzusagen.

www.kfw-entwicklungsbank.de
www.deg-invest.de

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