Tropenwald-Brandrodung in Carajas, Brasilien. Foto: epo ArchivBonn (ewpo.de). - Der NABU und The Nature Conservency (TNC) haben die von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch bei der UN-Konferenz über Biologische Vielfalt in Bonn zugesagten Finanzmittel für den Waldschutz und den Aufbau eines globalen Schutzgebietsnetzes ausdrücklich begrüßt. "Etwa die Hälfte der globalen Wälder sind zerstört und nicht einmal ein Prozent der Ozeane stehen unter Schutz", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Nach Jahren voller Absichtserklärungen bringt die heutige Ankündung frischen Wind in den internationalen Naturschutz."

Merkel hatte am Mittwoch zur Eröffnung des sogenannten Ministersegments der Konferenz zusätzliche Gelder für den globalen Waldschutz angekündigt. Von 2009 bis 2012 werde die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro und ab 2013 jährlich 500 Millionen Euro bereitgestellt werden, um das Abholzen vor allem tropischer Wälder zu stoppen. "Wir müssen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, die Lebensgrundlagen der gesamten Erde langfristig zu bewahren", , sagte die Kanzlerin. "Wir brauchen eine Trendwende beim Artenschutz".

Seit einer Woche beraten in Bonn rund 6000 Vertreter von 190 Staaten über den weltweiten Schutz der Artenvielfalt. Geplant ist neben anderen Maßnahmen ein globales Netz von Schutzgebieten, das bis 2010 stehen soll.

Merkel verwies darauf, die Entwaldung trage zu 20 Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß und damit zum Klimawandel bei - mehr als die globalen Verkehrsemissionen insgesamt. "Entwaldung ist eine der Hauptursachen für den Artenschwund", betonte in Bonn auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hätten mit der Aufstockung der deutschen Beiträge zum Waldschutz "Deutschlands Führungsrolle im Schutz der biologischen Vielfalt eindrucksvoll bestätigt", sagte NABU-Präsident Tschimpke. Mit den von der Bundeskanzlerin zugesagten zusätzlichen Mitteln könne nun der Aufbau neuer Schutzgebiete wirklich gefördert und die weitere Zerstörung von Wäldern und Mooren wirksam unterbunden werden. Damit werde die von Bundesumweltminister Gabriel gestartete 'Life-web-Initiative' für ein freiwilliges Schutzgebietssystem weiter entwickelt. Die von NABU und TNC inhaltlich voll unterstützte Initiative setzt dabei Schwerpunkte beim Aufbau von Schutzgebieten inden besonders stark gefährdeten Regionen.

"Schutzgebiete sind der Grundstein für die globale Naturschutzstrategie, aber ohne die entsprechenden Mittel kann die Strategie nicht umgesetzt werden", so Rebecca Patten, TNC-Sprecherin auf der Vertragsstaatenkonferenz. "Wir begrüßen die innovative Rolle Deutschlands bei der Anhebung der Mittel für den internationalen Naturschutz auf ein Level, das wirksamen Naturschutz ermöglicht."

"Das ist das von allen erhoffte starke Signal der Kanzlerin an die Staatengemeinschaft", erklärte Jörg Roos, WWF-Sprecher auf dem UN-Gipfel. "Jetzt müssen andere Länder nachziehen. Denn auch mit diesen neuen Geldern ist das Ziel, den Verlust der biologischen Vielfalt  bis 2010 zu bremsen, nicht zu erreichen. Dafür ist die Finanzierungslücke noch immer viel zu groß." Nach einer Berechnung des WWF investiert die Weltgemeinschaft derzeit etwa 3,8 bis 6,3 Milliarden Euro in Schutzgebiete - erforderlich seien jedoch 20 bis 30 Milliarden Euro. 

Foto: Tropenwald-Brandrodung in Carajas, Brasilien. © epo Archiv 


www.nabu.de
www.nature.org
www.bmu.de
www.cbd.int/cop9


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