CO2-Lagerstätten laut EUROSOLARBerlin (epo.de). - Die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR) hat davor gewarnt,  die Technologie der Abscheidung und Verpressung des Treibhausgases Kohlendioxid weiter zu betreiben und aus Steuergeldern mitzufinanzieren. "RWE behauptet in der Eigenreklame, voRWEg zu gehen, ist aber in Wahrheit auf einem IrRWEg", sagte Scheer am Dienstag in Berlin. EUROSOLAR veröffentlichte eine Landkarte, die den Verlauf einer möglichen Pipeline und mögliche Lagerstätten illustriert.

"Der Transport quer durch unser Land und die unterirdische Endlagerung von Kohlendioxid sind eine Bedrohung der Zivilisation über Jahrtausende", sagte 

EUROSOLAR-Präsident Hermann Scheer. "Das CO2 darf nie wieder heraus! Die Bundesrepublik Deutschland ist kein Abenteuerspielplatz von RWE und Vattenfall."



Auf einer Landkarte, die im Internet veröffentlicht wurde, stellt EUROSOLAR schematisch dar, wo die CO2-Rohrleitung entlanggeführt werden könnte. Berührt wären 30 Landkreise vom Rhein-Erft-Kreis bis zum schleswig-holsteinischen Nordfriesland sowie 32 Bundestagwahlkreise (***).

In einer zweiten Karte ist skizziert, in welchen Landstrichen die Interessenten an Abtrennung und Endlagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken – hautsächlich RWE und Vattenfall – unterirdische Speichermöglichkeiten vermuten. Hiervon sind 63 Landkreise betroffen. Die von EUROSOLAR erstmals öffentlich als Landkarten sichtbar gemachten Planspiele beruhen auf Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sowie des Informationszentrums Klima (IZ Klima).



CO2-Lagerstätten laut EUROSOLAR

Nach den Plänen soll die CO2-Pipeline von einem RWE-Braunkohlekraftwerk in Hürth bei Köln durch teilweise dicht besiedelte Gebiete Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins bis an die Nordsee vor der Insel Sylt oder in Richtung Ostsee nach Ostholstein verlaufen. Durch ein mehrere hundert Kilometer langes, einen halben Meter dickes Rohr will der Energiekonzern tonnenweise CO2 in bis zu tausend Meter tiefe unterirdische Endlager pumpen. Vattenfall betreibt bereits ein Pilotprojekt in der Nähe von Potsdam.



"Unsere Absicht ist, frühzeitig darauf hinzuweisen, in welchen Regionen und Orten sich Proteste und Widerstand gegen die Absichten der Energiekonzerne erheben werden", erläuterte EUROSOLAR-Präsident Scheer. Auf keinen Fall dürfe durch die Erkundung und Erprobung einer Endlagerung von Abscheidungen fossiler Brennstoffe die Gewinnung von Erdwärme blockiert werden.

"Es wäre fatal, mit risikoreichen unterirdischen Giftspeichern eine überholte Energieversorgung aus unflexiblen Großkraftwerken fortzusetzen und die Kohle zu privilegieren. Stattdessen müssen wir Erneuerbaren Energien Vorrang einräumen und zukunftsweisende Entwicklungen wie die Geothermie voranbringen, die aber durch unterirdische CO2-Speicher behindert würde."



Die sogenannte CO2-Sequestrierung ist umstritten. Sie wäre erst in rund 15 Jahren technisch ausgereift und birgt neben den hohen zusätzlichen Kosten zahlreiche Risiken, darunter das allmähliche oder plötzliche Ausgasen.

*** Es handelt sich um die Bundestagswahlkreise Cuxhaven-Osterholz, Diepholz – Nienburg I, Dortmund I, Dortmund II, Ennepe-Ruhr-Kreis II, Erftkreis I, Euskirchen – Erftkreis II, Gütersloh, Hagen – Ennepe-Ruhr-Kreis I, Hamburg-Nord, -Eimsbüttel, -Wandsbek, -Mitte, -Bergedorf-Harburg, Hamm – Unna II, Köln II, Köln III, Leverkusen – Köln IV, Minden-Lübbecke I , Nordfriesland - Dithmarschen Nord, Osnabrück Land, Ostholstein, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rotenburg – Verden, Segeberg – Stormarn-Nord, Solingen – Remscheid – Wuppertal II, Soltau – Fallingbostel – Winsen/L., Stade – Cuxhaven, Steinburg – Dithmarschen Süd, Unna I, Warendorf, Wuppertal I

www.eurosolar.org

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