Präsident Zelaya. Foto: Wikimedia CommonsBerlin (epo.de). - Während der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya Rosales (Foto) angekündigt hat, er wolle am Donnerstag in Begleitung von OAS-Generalsekretär José Miguel Insulza in sein Land zurückkehren, mehren sich Berichte über Verhaftungen und die gewaltsame Unterdrückung der Protestbewegung gegen den Putsch des Militärs. Das bischöfliche Hilfswerk MISEREOR und die internationale Menschenrechtsorganisation FIAN baten am Dienstag Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), sich für die Wiederherstellung der Demokratie und den Schutz der Menschenrechte in Honduras einzusetzen.

Zelaya hatte am Montag in Nicaragua seine Absicht bekundet, er wolle ein Angebot von OAS-Generalsekretär Insulza annehmen und gemeinsam mit ihm nach Honduras reisen. Er wolle die Demokratie wieder herstellen, sagte Zelaya.

MISEREOR und FIAN erklärten in einem offenen Brief, Steinmeier müsse sich "gegen Verhaftungen und Repressalien gegen Regierungsmitglieder, führende Persönlichkeiten der sozialen Protestbewegung und Menschenrechtsverteidiger einsetzen und diesen über die Botschaft Schutzmaßnahmen zukommen lassen."

"Die Lage spitzt sich zu. Das Regime agiert mit Verhaftungen, Gewalt und Zensur gegen die Protestbewegung. Die internationale Staatengemeinschaft muss schnell und entschieden handeln, um ein Blutbad in Honduras zu verhindern", warnte Martin Wolpold-Bosien, Mittelamerika-Referent bei FIAN International.

Laut FIAN-Honduras sind der Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Union (UD), Guillermo Jiménez, der Gewerkschaftsführer Carlos H. Reyes sowie fünf weitere MenschenrechtsverteidigerInnen verprügelt und verhaftet worden. Die Bauernbewegung Vía Campesina berichtete, es gebe Haftbefehle gegen 30 führende Aktivistinnen und Aktivisten der Protestbewegung, darunter auch den international bekannten Bauernführer Rafael Alegría.

"Gemeinsam mit unseren honduranischen Partnern verurteilen wir den Staatsstreich vom vergangenen Sonntag, die Festnahme und erzwungene Ausreise des Staatspräsidenten Manuel Zelaya Rosales sowie die weit reichenden Eingriffe in die Meinungs- und Medienfreiheit durch das Militär", sagte MISEREOR-Geschäftsführer Martin Bröckelmann-Simon.

MISEREOR und FIAN forderten, nach der einhelligen internationalen Verurteilung des Staatsstreichs dürfe die demokratisch nicht legitimierte Regierung unter Roberto Micheletti nicht anerkannt werden. Der Ausnahmezustand müsse aufgehoben werden. Diplomatischer Druck sei dringend notwendig, damit die Lage in Honduras nicht weiter eskaliere und die massiven Menschenrechtsverletzungen beendet würden.

www.fian.de
www.misereor.de


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