NigerLondon/Bern (epo.de). - Das globale Transparenz-Netzwerk "Publish What You Pay" (PWYP) hat die zunehmende Repression in Niger beklagt. Die Regierung des westafrikanischen Landes ließ zwei Mitarbeiter von nichtstaatlichen Organisationen verhaften, die sich für eine gerechtere Verteilung der Einnahmen aus 
der Uran- und Ölförderung einsetzen. Auch das Schweizer Hilfswerk SWISSAID ist besorgt über die zunehmenden Übergriffe auf Vertreter der Zivilgesellschaft.

Marou Amadou, Präsident der Transparenz-Initiative FUSAD und Mitglied der nationalen PWYP-Organisation "Réseau des Organisations pour la Transparence et l’Analyse Budgétaire" (ROTAB), wurde am 10. August unter der Anklage verhaftet, er habe die "staatliche Autorität unterminiert", indem er eine gegen die Korruption gerichtete FUSAD-Erklärung unterzeichnet habe. Er wird nach PWYP-Informationen im Hochsicherheitsgefängnis Koutoukalé festgehalten.

Wada Maman, Generalsekretär der "Association Nigérienne de Lutte contre la Corruption" (ANLC), des Niger-Chapters von Transparency International, wurde am 22. August in der Hauptstadt Niamey von der Republikanischen Garde unter der Anklage verhaftet, er habe an einer unangemeldeten Demonstration teilgenommen. Er wurde am Donnerstag wieder freigelassen, die Anklage besteht jedoch weiter. Maman ist auch einer von sechs nigrischen Vertretern der internationalen Transparenz-Initiative EITI.

Die Demonstration hatte sich gegen eine Verfassungsreform gerichtet, mit der sich Nigers Präsident Mamadou Tandja eine weitere Amtszeit sicherte. Der ehemalige General regiert das Land seit 1999. Die EITI Multistakeholder Gruppe in Niger hatte ihre Beteiligung am nationalen EITI-Prozess kürzlich mit der Begründung suspendiert, ihre Mitglieder seien ernsthaft bedroht und staatlicher Verfolgung ausgesetzt.  

Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das westafrikanische Land verfügt über umfangreiche Vorkommen an Uran und Öl, um deren Ausbeutung sich französische, 
amerikanische und seit kurzem auch chinesische Firmen streiten. Wie SWISSAID berichtete, hat die französische Firma 
Areva, Uran-Lieferant der Schweizer Atomkraftwerke, unlängst einen lukrativen Vertrag für 
die Ausbeutung einer Mine im Norden Nigers erhalten, die das Land zum zweitgrössten 
Uran-Produzenten der Welt machen wird.

SWISSAID ist seit 1974 im Niger tätig und unterstützt dort Organisationen, 
die sich für die gerechtere Verteilung der Einnahmen aus der Rohstoff-Förderung einsetzen. 
Diese beklagen die fehlende Transparenz bei der Aushandlung von Verträgen und 
der Verwendung der Einnahmen. "Das Geld kommt bisher nur einer kleinen Elite zugute, 
während die grosse Mehrheit nach wie vor in bitterer Armut lebt", urteilt das Schweizer Hilfswerk.

de.wikipedia.org/wiki/Niger
www.publishwhatyoupay.org

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