whh_150Berlin (epo.de). - Die Welthungerhilfe hat im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte ihrer finanziellen Unterstützung in fragilen Staaten wie Sudan, Kongo, Haiti und Afghanistan geleistet. Knapp 76 Millionen Euro flossen in die Unterstützung von Flüchtlingen, in die Cholerabekämpfung, den Aufbau von Infrastruktur, in Bildung und in die landwirtschaftliche Entwicklung. Das geht aus dem Jahresbericht der Hilfsorganisation hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.  

"Wir haben in Haiti erlebt, welch dramatische Auswirkungen eine Naturkatastrophe haben kann, wenn sie einen Staat trifft, der schon vorher kaum funktionierte", erklärte Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, aus Anlass der Vorstellung des Jahresberichts 2009. Insgesamt standen der Welthungerhilfe im vergangenen Jahr rund 133 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Welthungerhilfe will die Einbindung von lokalen Partnern bei der Zusammenarbeit mit fragilen Staaten besonders fördern, um auch dort langfristige Erfolge in der Entwicklungshilfe zu erzielen. "Als Nichtregierungsorganisation haben wir die Chance, die Menschen direkt zu erreichen", betonte Dieckmann.

"Um langfristige Strukturen zu schaffen, müssen wir gemeinsam mit lokalen Partnern agieren", sagte Dieckmann. "Partnerprojekte sind besonders erfolgreich, weil sie Arbeitsplätze schaffen, kulturelle Besonderheiten erkennen und berücksichtigen, aber auch die Belange der Armen in die nationalen Politiken bringen." Gleichzeitig könnten solche Projekte Veränderungen innerhalb der Länder und den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.

Die Welthungerhilfe müsse die Menschen in den Entwicklungsländern unterstützen, ihre Rechte auch gegenüber ihren eigenen Regierungen einzufordern, sagte Dieckmann weiter. Auch die Millenniums-Entwicklungsziele könnten nur erreicht werden, wenn in den fragilen Staaten Fortschritte erzielt werden.

Wie der Vorstandsvorsitzende der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann, berichtete, standen der Welthungerhilfe im vergangenen Jahr 31,9 Millionen Euro Spenden und 101,1 Millionen Euro an öffentlichen Zuschüssen zur Verfügung. Die Verwaltungsausgaben lagen bei 1,8 Prozent, der Anteil für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei 5,4 Prozent.

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet sowohl schnelle Katastrophenhilfe als auch langfristige Entwicklungshilfe nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 förderte sie als 6.247 Projekte in 70 Ländern mit 2,03 Milliarden Euro.

www.welthungerhilfe.de

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