belugawal_wwfAgadir (epo.de). - Auf der Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in der marokkanischen Stadt Agadir ist ein umstrittener Vorschlag für eine Lockerung des Walfangverbotes abgelehnt worden. Nach mehrtägigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen hätten die USA und Japan, Triebfedern des Vorschlages, am Mittwoch morgen die Verhandlungen für gescheitert erklärt, berichtete die Tierschutzorganisation Pro Wildlife aus Agadir.

"Das umstrittene Papier, das die kommerzielle Jagd auf bis zu 1.400 Wale jährlich erlaubt hätte, ist erst mal vom Tisch – eine sehr gute Nachricht", sagte Sandra Altherr, die für Pro Wildlife an der IWC-Tagung in Agadir teilnimmt.  

Der umstrittene "Walfangkompromiss" sei zwei Jahre lang in geheimen Verhandlungen erarbeitet worden, so Pro Wildlife. Er hätte erstmals seit 1986 offizielle Quoten für den kommerziellen Walfang genehmigt und damit das Walfangmoratorium aufgeweicht - für die drei Staaten, die das Walfangverbot seit Jahren ignorierten. Japan, Island und Norwegen nutzten rechtliche Schlupflöcher, um das Walfangmoratorium zu umgehen. "Dass der kommerzielle Walfang nun doch nicht freigegeben wird, wertet Pro Wildilfe als großen Erfolg. Ein solcher Kompromiss hätte ausgerechnet die Länder belohnt, die seit vielen Jahren das Walfangverbot mit Füßen treten. Zwar sollen im nächsten Jahr die Verhandlungen weitergeführt werden, doch das Walfangverbot bleibt bestehen", sagte Altherr.

Walschutzländer hatten den Kompromiss kritisiert, weil er die Jagd auf bedrohte Walarten wie Sei- oder Finnwale vorsah und Walfang in Schutzgebieten erlaubt hätte. "Vor allem Deutschland, England und Frankreich ist es zu verdanken, dass die IWC die Jagd nicht legitimieren wird", erklärte Altherr. Die EU stelle 25 der 88 IWC-Mitgliedsstaaten und sei ein entscheidender Stimmenblock.

Pro Wildlife drängt nun die Walschutzländer, alle diplomatischen Mittel zu nutzen, um Island, Norwegen und Japan zu einem Ende der kommerziellen Jagd zu bewegen. "Die völlig antiquierte IWC muss endlich ein Abkommen zum Schutz der Wale werden. Denn nicht nur Harpunen bedrohen die Wale, sondern auch die Verschmutzung und Erwärmung der Meere", sagte die Biologin Altherr. Die Diskussionen, wie es in Zukunft mit der IWC weitergeht, sollen im nächsten Jahr weitergeführt werden.

www.iwcoffice.org
www.prowildlife.de

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